Jüchen : Händler gegen Halteverbot

Die neue Halteverbotsregel an der Odenkirchener Straße soll für einen besseren Verkehrsfluss sorgen und Rückstaus verhindern. Doch es regt sich weiter Widerstand. Geschäftsleute wie Christoph Wirtz hadern mit der Regelung.

Im November soll die neue Halteverbotsregel an der Odenkirchener Straße eingeführt werden. Doch die Regelung ist bei Geschäftsleuten und Anwohnern umstritten. Manch einer kann sich in etwa so sehr damit anfreunden wie Bayern-Präsident Uli Hoeneß mit einer Abseitsentscheidung gegen seinen Verein — und lässt seinem Unmut freien Lauf.

Raumausstatter Christoph Wirtz, der sein Geschäft an der Odenkirchener Straße 14 betreibt, sagt klipp und klar: "Viele Händler sind auf die Parkplätze vor ihren Geschäften angewiesen." Er hat kein Verständnis für die Entscheidung des Rates.

Mit der neuen Regelung wird an der Odenkirchener Straße zwischen Weyerstraße und Markt ein absolutes Halteverbot eingeführt. Ausnahmen gibt es nur für den Lieferverkehr. Der Beschluss geht auf einen Antrag der FDP zurück. Ziel ist es, die Verkehrssituation besser in den Griff zu kriegen.

Grund sind zum Teil lange Rückstaus, die durch an der Odenkirchener Straße parkende Fahrzeuge verursacht werden. FDP-Fraktionsvorsitzender Herbert Altenberg ist überzeugt, dass das Halteverbot für einen "besseren Verkehrsfluss" sorgt. Die Staus sollen damit der Vergangenheit angehören.

Als Alternative zur Parkmöglichkeit vor den Geschäften werden entsprechende Parkplätze am Marktplatz, gegenüber von Haus Katz und an der Post angeboten. Für Christoph Wirtz sind sie keine geeignete Alternative.

"Viele Kunden halten an der Odenkirchener Straße, um schnell etwas in einem der Geschäfte zu erledigen. Nicht alle werden bereit sein, auch Fußwege in Kauf zu nehmen." Außerdem stellt er die Frage nach der Verfügbarkeit der Parkplätze. "An Haus Katz zum Beispiel sind sie oft voll, und schon wegen des Schützenfestes zweimal im Jahr gesperrt."

Herbert Altenberg geht davon aus, dass sich die Lage beruhigt. "Der Protest ist uns bekannt", sagt er. "Aber der Beschluss ist lange und gründlich beraten worden und wird zu einer Verbesserung der Verkehrssituation im Ort führen." Der Verkehrsausschuss hatte dem Rat das Halteverbot bei drei Enthaltungen der SPD empfohlen.

Christoph Wirtz hat noch eine Befürchtung: Bei freiem Verkehrsfluss könnte die Odenkirchener Straße zur Rennstrecke werden. Herbert Altenberg kann da nur den Kopf schütteln: "Das halte ich für nicht sonderlich realistisch."

(NGZ)