Jüchen : Gymnasium oder Sekundarschule?

Die Eltern von Viertklässlern müssen sich entscheiden, an welcher weiterführenden Schule ihr Kind lernen wird. In Jüchen können sie zwischen Gymnasium und Sekundarschule wählen. Das sind die wichtigsten Unterschiede.

Welche weiterführende Schule soll mein Kind besuchen? Vor dieser Frage stehen jetzt die Eltern von Viertklässlern. Im Gemeindegebiet können sie wählen zwischen dem Gymnasium (Stadion-straße) oder der neuen Sekundarschule (Mühlenstraße, Hochneukirch). "Wir gehen von vier Zügen aus ", sagt Andreas Kries, Schulleiter am Gymnasium. Bis zu 28 Kinder können pro Klasse lernen. – "Wir sind mit 103 Schülern in vier Zügen gestartet. Jetzt rechnen wir mit mehr Kindern", sagt Susanne Schumacher, Konrektorin der Sekundarschule. Dort liegt die maximale Klassengröße bei 25 Kindern.

Für die Viertklässler stellen die Klassenlehrer eine unverbindliche Schullaufbahn-Empfehlung aus: für das Gymnasium oder andere Schulformen. "Beratungsbedarf haben die Eltern, deren Kinder eine eingeschränkte Gymnasialempfehlung erhalten", sagt Andreas Kries. Ihnen empfiehlt er ein persönliches Gespräch: Dabei könne man mehr über die Gründe erfahren. Generell sei eine Einschränkung kein Hindernis: "Auch eine unserer besten Abiturientinnen hatte sie."

"Für das Gymnasium müssen Kinder über eine sehr gefestigte Persönlichkeit verfügen, mit einem hohen Maß an Selbstorganisation. Zudem müssen die Eltern sie langfristig unterstützen wollen und können", meint Susanne Schumacher. Nicht jeder könne dies etwa wegen Berufstätigkeit leisten: "Für solche Eltern könne die Sekundarschule eine sinnvolle Alternative sein."

Das Gymnasium Jüchen ist eine Halbtagsschule mit Nachmittagsbetreuung (monatlich 50 Euro Kosten) bis 16 Uhr. Der Unterricht (67,5 Minuten-Takt) beginnt um 7.45 Uhr. Am Nachmittag werden Arbeitsgemeinschaften (etwa Sport, Sprachzertifikate, Zirkus, Theater, Chor, Bands, Orchester, Musical, neue Medien) geboten. Eine Besonderheit: "In Bläserkursen der Klasse 5/6 können Schüler ein Instrument lernen; die Stunden geben Lehrer der Kreisjugendmusikschule im Gymnasium", erläutert Jörg Enderle. Neben der Vermittlung von Wissen und sozialer Kompetenzen gehöre individuelle Förderung zum Schulkonzept. Besonders begabte Schüler können an einem Projekt arbeiten (Drehtürmodell). Patenschaften gibt es mit England und Frankreich.

Ein prägendes Prinzip der Sekundarschule ist das längere gemeinsame Lernen. An der Ganztagsschule mit Inklusion gibt es an drei Tagen bis 16 Uhr Unterricht, sonst bis 13.30 Uhr. "Da die Sekundarschule eine neue Schulform ist, haben die Eltern Fragen. Ich erkläre sie als Gesamtschule ohne eigene Oberstufe", so die Konrektorin. Das Ziel: je ein Drittel potenzielle Gymnasiasten, Real- und Hauptschüler sollen miteinander lernen. Wer das Abitur erreichen wolle, könne nach Klasse 10 zum Gymnasium wechseln. "Unser Ansatz ist ganzheitlich. Wir legen viel Wert auf Sozialkompetenzen", sagt Schumacher. Bei der individuellen Förderung würden Lehrer im Lernbüro helfen. Jeder Schüler könne für den Nachmittag zwei Werkstätten (Fußball, Hörspiel, Textil, Musik) belegen.

(NGZ)