Jüchen Gymnasium freut sich über Austauschschüler

Jüchen · Junge Menschen überwinden Grenzen: Zwei Französinnen und zwei Kolumbianer lernen in Jüchen den deutschen Schulalltag kennen.

 Gaelle Grassart (l.) und Elise Guerraichi (2.v.r.) sind zu Gast in Jüchen, Santiago Vargas (hinten l.) ist dort der erste kolumbianische Austauschschüler.

Gaelle Grassart (l.) und Elise Guerraichi (2.v.r.) sind zu Gast in Jüchen, Santiago Vargas (hinten l.) ist dort der erste kolumbianische Austauschschüler.

Foto: LH

Das Gymnasium Jüchen zeigt sich so international wie nie: Mit Gaelle Grassart (14) und Elise Guerraichi-Lamotte (14) sind zwei Schülerinnen aus Leers für zwei Wochen zu Gast. Eine deutlich längere Anreise liegt hinter dem ein Jahr älteren Santiago Vargas: Er hat den Alltag in der kolumbianischen Millionen-Stadt Bogotá gegen die 20000-Einwohner-Gemeinde Jüchen getauscht. Noch bis Dezember wird der junge Kolumbianer, ebenso wie sein Landsmann Martin Ortiz, am Gymnasium Jüchen lernen. "Mein Deutsch ist schon viel besser geworden", erzählt Santiago, der in seiner Heimat eine Schweizer Schule besucht.

Das Gymnasium Jüchen setzt auf unterschiedliche Schwerpunkte beim Austausch mit Frankreich: In der Oberstufe können die Gymnasiasten an einem Austausch mit dem Lycée St. Rémis in Robaux teilnehmen. Wer den französischen Alltag kennenlernen will, kann sich auch für ein zweiwöchiges Berufsorientierungs-Praktikum entscheiden und in Leers arbeiten. Zum ersten Mal haben jetzt auch jüngere Schüler die Chance, Frankreich besser kennenzulernen. "In der neunten Klasse können sie an einem zweiwöchigen Austausch teilnehmen und auch die französische Schule besuchen", sagt Kerstin Roske, Lehrerin am Gymnasium Jüchen. Das Angebot richtet sich speziell an Gymnasiasten mit sehr guten Französisch-Kenntnissen.

Diese Erfahrung haben Lisanne Gockel (14) und Jeanette Walters (13) gerade gemacht. Sie waren die ersten Neuntklässlerinnen, die am einem Austausch teilnahmen — jetzt sind sie und ihre Familien Gastgeberinnen für Elise und Gaelle. Gerade der Unterricht sei nicht einfach gewesen: "In manchen Fächern wie Physik oder Chemie war es für uns schwierig, etwas zu verstehen. Diese Stunden haben wir genutzt, um in der Bibliothek an unserem Referat zu arbeiten." Trotzdem würden sie jedem empfehlen, auch einmal einen Schüleraustausch zu nutzen: "Man lernt mehr über das Land und über die Kultur", meint Lisanne. Auch Elise hat zahlreiche neue Eindrücke gesammelt. Das Jüchener Gymnasium gefällt ihr "sehr gut". Sie schätzt auch, dass die Schule nicht acht Stunden dauert. Ein weiterer Unterschied zum französischen Unterricht: In Deutschland stehe der Lehrer nicht so stark im Zentrum. Wenn die jungen Französinnen jetzt nach Hause fahren, wollen sie den Kontakt nach Jüchen halten — "etwa über Skype", meint Jeanette.

Das benutzt Santiago Vargas in seiner Gastfamilie ebenfalls häufig, um mit seinen Eltern in Kontakt zu bleiben. Der Jugendliche und seine gesamte Jahrgangsstufe sind über ein Programm des "Humboldteums" nach Deutschland gekommen. In Jüchen hatte sich Stefanie Wirtz auf einen Aufruf in der Tageszeitung als Gastgeberin gemeldet. Ihr 15-jähriger Sohn Luca hat jetzt in Santiago einen Bruder auf Zeit. Was beide eint: die Begeisterung für Fußball — bei Luca ist es die des Zuschauers, bei Santiago die des Spielers.

Der Aufenthalt des Kolumbianers ist auch für den Jüchener Gymnasiasten eine Chance: Er könnte 2014 in Kolumbien lernen — entschieden hat er sich noch nicht.

(NGZ)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort