"Oliver Twist" als Vorlage: Gymnasiasten probten ein Jahr lang

"Oliver Twist" als Vorlage : Gymnasiasten probten ein Jahr lang

Theater, Tanz, Gesang und Bühnenbau - alles lief bei der Aufführung von Bolivar Parafuso im Gymnasium an der Stadionstraße "wie am Schnürchen". Nach einjähriger Vorbereitung und intensiven Proben hatten die Theater und Tanz AG sowie der Unterstufenchor gleich drei Mal Gelegenheit, im voll besetzten Atrium des Gymnasiums ihr Können unter Beweis zu stellen. Ein Jahr lang probten viele Schüler des Gymnasiums Jüchen, jetzt war die Geschichte vom Straßenkind "Bolivar Parafuso" auf der Bühne zu sehen. Vorlage für das Theaterstück von Matthias Weißert ist der Roman "Oliver Twist" von Charles Dickens. NGZ-Foto: L. Berns

Theater, Tanz, Gesang und Bühnenbau - alles lief bei der Aufführung von Bolivar Parafuso im Gymnasium an der Stadionstraße "wie am Schnürchen". Nach einjähriger Vorbereitung und intensiven Proben hatten die Theater und Tanz AG sowie der Unterstufenchor gleich drei Mal Gelegenheit, im voll besetzten Atrium des Gymnasiums ihr Können unter Beweis zu stellen. Ein Jahr lang probten viele Schüler des Gymnasiums Jüchen, jetzt war die Geschichte vom Straßenkind "Bolivar Parafuso" auf der Bühne zu sehen. Vorlage für das Theaterstück von Matthias Weißert ist der Roman "Oliver Twist" von Charles Dickens. NGZ-Foto: L. Berns

Die Resonanz der Zuschauer, meist Eltern, Geschwister, Omas und Opas, war durchweg positiv. "Ich habe noch nie so schnelle Bühnenarbeit gesehen", lautete ein Lob im Anschluss an die Aufführung von "Bolivar Parafuso", einem Theaterstück von Matthias Weißert nach dem Roman "Oliver Twist" von Charles Dickens. Blitzschnell "wieselten" die Schüler in den Pausen über die abgedunkelte Bühne, um die Kulisse zu verändern.

Insgesamt machten rund 50 Kinder und Jugendliche bei der Aufführung mit. Theater-Arbeit wird im Gymnasium Jüchen groß geschrieben. Ina Cattaneo, Lehrerin für Deutsch und Biologie, übernahm die Theater AG. Für die Aufführung "Bolivar Parafuso" hat sie mit den Schülern ein Jahr lang einmal wöchentlich geprobt. "Gegen Ende wurde die Arbeit intensiver. Bei einer Probenfahrt wurde von morgens bis abends gearbeitet.

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Francesco Celestino vom Aachener Improvisationstheater ,Fliegender Wechsel' hat den Schülern wichtige Tipps gegeben", erzählt die Leiterin der Arbeitsgruppe. Jeder der 20 darstellenden Schüler, die Mädchen waren deutlich in der Überzahl, hatte mehrere Rollen. "Hoffentlich sind die heute nicht zu locker", sagte Cattaneo bei der dritten Aufführung. Doch die Rollen saßen, die Schüler waren textsicher, die Stimmen fest, und die Sorge der Lehrerin blieb unberechtigt.

Ines Seiffert hatte die Tanz AG,trainiert, die im Stück die "leichten Mädchen" stellte. Jutta Dederichs hatte mit Schülern der Klassen fünf bis sieben den Gesang einstudiert. Eltern und Schüler hatten Technik, Bühnenbau und Maske in ihrer Verantwortung. Die Handlung der modernen Fassung wurde nach Lateinamerika verlegt und spielt im Straßenkinder-Milieu des 20. Jahrhunderts. Die Hauptfigur Bolivar Parafus gerät in eine Bande von Straßenkindern, die auf Diebstahltouren geschickt werden.

Bolivar Parafuso wird ch von der Polizei geschnappt und von einem älteren Herren befreit, der von der Unschuld des Neunjährigen überzeugt ist. Zudem erinnert der Junge in an seinen Enkel, der samt seiner Mutter seit seiner Geburt vermisst ist. Herberto, der geldgierige Neffe des reichen älteren Herrn, besticht sämtliche Leute und will - gefälschte - Dokumente vorlegen, die belegen sollen, dass Bolivar der Sohn einer Prostituierten und nicht der verschwundene Enkel ist.

Doch im richtigen Moment tauchen Menschen auf, die eine gute Seele haben und Bolivar helfen. Lola, die Prostituierte, Betty die ältere Dame, die sich an Bolivars sterbende Mutter erinnert, und ein älterer Diener tragen zur Rettung Bolivars bei. Am Ende des Stücks schließt der Opa seinen lange vermissten Enkel in den Arm und sagt "Du bist zu Hause". (reis)

(NGZ)