Korschenbroich : Gute Quote für Literatur

Rita Mielke, Organisatorin von "Korschenbroich liest", über den Erfolg der Literatur-Reihe, das Einlösen von Wettschulden und einen Schriftsteller, den sie gerne bei einer Lesung in Korschenbroich sehen würde.

Als Organisatorin von "Korschenbroich liest" hatten Sie vor der Veranstaltungsreihe gesagt, es sei ein Versuch, in der Sommer- und damit auch in der Urlaubszeit Lesungen anzubieten. Experiment gelungen?

Rita Mielke Auf jeden Fall. Wir haben ja schon vorab gesagt: Auch wenn die Literatur-Reihe in die Ferienzeit fällt — niemand ist acht Wochen unterwegs. Damit lagen wir richtig. Wir hatten bei unseren 14 Veranstaltungen in drei Monaten rund 900 Besucher. Das ist eine richtig tolle Quote. Zumal wir auch viele Stammgäste hatten, die zu mehreren Veranstaltungen gekommen sind.

Die Konkurrenz ist gerade bei Lesungen groß, es gibt viele Angebote. Wo sehen Sie Gründe für den Erfolg von "Korschenbroich liest"?

Mielke Es war uns sehr wichtig, Literatur zu inszenieren und thematisch zu verorten. Im Weinhaus gab es zum Beispiel Weingeschichten zu hören, die Männerlesung fand unter dem Motto "Buch zum Bier" in der Brauerei statt. Die Kombination aus Ambiente, Unterhaltung und Literatur kam an. Wichtig war auch, dass es bei den Veranstaltungen ein kulinarisches Angebot gab.

Die Männer-Lesung ist ein gutes Stichwort. Sie hatten zunächst nicht an den Erfolg geglaubt und sind sogar eine Wette eingegangen.

Mielke Das ist richtig. Mein Mann war fest von der Männer-Lesung überzeugt. Ich war skeptisch und habe mit ihm um eine Flasche Sekt gewettet. Mein Mann hat gewonnen.

Haben Sie Ihre Wettschulden bereits eingelöst?

Mielke Natürlich. Die Flasche Sekt haben wir zusammen getrunken. Die Männer-Lesung war ja sogar so ein großer Erfolg, dass wir sie am 24. November in der Bolten-Brauerei wiederholen. Der Kartenvorverkauf läuft bereits richtig gut.

Es gibt einen schönen Satz: Nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung. Gibt es eine Neuauflage von "Korschenbroich liest" im kommenden Jahr?

Mielke Momentan gehe ich davon aus, dass es alle zwei Jahre eine solch große Lese-Reihe geben wird. In den Jahren dazwischen wird das Programm wohl etwas abgespeckt.

In diesem Jahr hatten Sie unter anderem den Bestsellerautor Rolf Bauerdick zu Gast. Gibt es einen Autor, den Sie gerne nach Korschenbroich holen würden?

Mielke Roger Willemsen. Wer ihn einmal bei einer Lesung erlebt hat, weiß: Es ist mehr als ein Hörerlebnis. Ich bin überzeugt: Eines Tages wird es klappen.

Andreas Buchbauer führte das Gespräch.

(NGZ)