Jüchen : Gubberather feiern ihren Brunnen

Gubberath (S.M.) Eigentlich habe er schon immer die Idee gehabt, "auf unserem Gubberather Plätzchen einen Brunnen zu errichten", sagt Hans-Werner Warsönke, der Ehrenpräsident des Bürgerschützenvereins. Über die konkrete Umsetzung hat er sich allerdings lange Zeit keine Gedanken gemacht.

Die Wende kam an einem Schützenfestsonntag in den 90-er Jahren, als Warsönke sich nach dem Festzug mit dem damaligen Jüchener Vizebürgermeister Willi Aretz und dem früheren Sparkassendirektor Gerhard Bunde über Möglichkeiten zur Verschönerung der Dörfer unterhielt.

"Dies war die beste Möglichkeit, mein Lieblingsprojekt vorzuschlagen, zumal eine finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt wurde", erinnert sich Warsönke. Das Endergebnis des damaligen Gesprächs kann seit mittlerweile zehn Jahren auf dem nunmehrigen Brunnenplatz bewundert werden. Anlässlich des runden Geburtstags laden die Schützen für Sonntag, 23. April ab 10 Uhr zu einem Frühschoppen ein. Dann wird auch eine Erinnerungstafel enthüllt.

"Der Erlös des Frühschoppens ist für die Unterhaltung des Brunnenplatzes bestimmt. Auch nach dem Gespräch, das Hans-Werner Warsönke seinerzeit mit Willi Aretz und Gerhard Bunde führte, war für die Brunnenbauer noch so manches Hindernis zu überwinden.

Gemeinsam mit Werner Berghoff erstellte Hans-Werner Warsönke einen Plan, mit dem er bei der Verwaltung vorstellig wurde. Diese schaltete ein Architektenbüro ein, das einen Dorferneuerungsplan erstellte, dessen Kosten sich zwischen 180 000 und 250 000 Euro bewegten. Zu teuer, denn schon damals war die Gemeindekasse leer.

Dieser Plan wurde verworfen, nicht jedoch das Brunnenprojekt als solches. Nicht zuletzt der frühere Technische Beigeordnete Heinrich Jennes habe sich der Sache angenommen, sagt Warsönke in der Rückschau. Es folgte noch so manche Besprechung, wobei nicht weniger als 43 Einzelposten aufgeführt wurden, wer nun tatsächlich welche Aufgaben übernehmen würde.

Ein Baggerbetrieb, eine Landschaftsgärtnerei, ein Elektrogeschäft und andere sagten ihre Hilfe zu: "Man kann sich vorstellen, dass diese Zusagen für mich wie ein Weihnachtsgeschenk wirkten, denn ohne deren Hilfe wäre das Projekt zu Scheitern verurteilt gewesen", wie der Ehrenpräsident sagt.

Der Brunnen gefiel vom ersten Augenblick an und zwar nicht allein seinen Erbauern: "Es tat gut, wenn Autofahrer vorbeikamen und mit erhobenem Daumen Kopf nickend ihre Zustimmung signalisierten."

Die Begeisterung für den Brunnen hielt auch später an: Ins gebührende Licht rückt Hans-Werner Warsönke jedenfalls das aus dem mittlerweile verstorbenen Hubert Veiser, Albert Widschütz und Hans-Dieter Hess bestehende "Dreigestirn", das sich seit dem Bau vor zehn Jahren regelmäßig um die Wartung des Brunnenplatzes gekümmert hat.

(NGZ)