60 Seiten starke Papier dem Sportausschuss präsentiert: GSV: Versprechungen nicht eingehalten

60 Seiten starke Papier dem Sportausschuss präsentiert : GSV: Versprechungen nicht eingehalten

Seine Stellungnahme zum neu zu erstellenden Sportstättenentwicklungsplan Jüchens hat der Gemeindesportverband (GSV) nun wirklich nicht aus dem hohlen Bauch heraus abgegeben: Sämtliche Sportplätze, -hallen und Schwimmbäder sind im vergangenen Jahr eingehend in Augenschein genommen worden, wobei alle 28 Mitgliedsvereine Gelegenheit erhielten, die ihnen auf den Nägeln brennenden Probleme darzustellen. Gute Noten des Gemeindesportverbands erntet das Hochneukircher Hallenbad. Lediglich die Außenanlagen sind verbesserungswürdig. NGZ-Foto: Archiv

Seine Stellungnahme zum neu zu erstellenden Sportstättenentwicklungsplan Jüchens hat der Gemeindesportverband (GSV) nun wirklich nicht aus dem hohlen Bauch heraus abgegeben: Sämtliche Sportplätze, -hallen und Schwimmbäder sind im vergangenen Jahr eingehend in Augenschein genommen worden, wobei alle 28 Mitgliedsvereine Gelegenheit erhielten, die ihnen auf den Nägeln brennenden Probleme darzustellen. Gute Noten des Gemeindesportverbands erntet das Hochneukircher Hallenbad. Lediglich die Außenanlagen sind verbesserungswürdig. NGZ-Foto: Archiv

Just am 30. "Geburtstag" des Gemeindesportverbands präsentierte dessen Vorsitzender Heinz Kiefer jetzt das gut 60 Seiten starke und mit aussagekräftigen Fotos versehene Papier dem Sportausschuss. Während im "Sporteinzugsbereich 1" in Jüchen "derzeit optimale Sportanlagen zur Verfügung" stünden, gilt die gleichermaßen für die im Bereich Hochneukirch infolge der Umsiedlung entstandenen neuen Sportstätten. Was die älteren Anlagen angeht, befinden sich diese Heinz Kiefer zufolge "in einem annehmbaren Zustand", wobei allerdings "regelmäßige Maßnahmen zur Instandsetzung und Qualitätssteigerung erforderlich" seien. "In einem guten Zustand" befinde sich das 2000 sanierte Hallenbad Hochneukirch, wobei seine Außenanlagen allerdings "verbesserungswürdig" seien.

"Kaum zumutbar" ist nach den Worten des GSV-Vorsitzenden allerdings die Nutzung des ehemaligen Rathauses von Hochneukirch, für die "nach alternativen Möglichkeiten gesucht" werden sollte. Die sanitäre Situation wird von den Sportvereinen als "unzumutbar" beschrieben, und die Heizungsanlage sei veraltet. Dass die Heizkosten auf die verbliebenen Benutzer umgelegt würden, sei eine ansonsten unübliche Praxis, von der die Gemeinde in den kommenden Jahren Abstand nehmen sollte. Problematisch sieht es in Bedburdyck-Gierath, dem Einzugsbereich 3 aus: Dort stehen mit den Turnhallen an der Gierather Straße und der Bachstraße nur zwei ältere Hallen zur Verfügung. Die Situation ist aus der Sicht des Gemeindesportverbands "vollkommen unzureichend und behindert die Entwicklungsmöglichkeiten der dortigen Vereine nachhaltig.

Die seitens der Verwaltung in ihrem Entwurf für den neuen Sportstättenplan vertretene Auffassung, dass der bauliche Zustand der vorhandenen Hallen mit Blick auf ihr Alter gut sei, teilt der GSV ausdrücklich nicht: "In vielen Bereichen können Schönheitsreparaturen nicht mehr den erheblichen Sanierungsbedarf verdecken", heißt es hierzu wörtlich in der Stellungnahme des Gemeindesportverbands. Kurzum: Der Sportbetrieb werde hier "unter schwierigen Bedingungen aufrechterhalten". Den aktuellen Status quo im Bereich Bedburdyck hätten Politik und Verwaltung gleichermaßen zu verantworten, fasst der Bericht das Echo aus den betroffenen Vereinen zusammen: "Versprechungen und sogar politische Beschlüsse sind bis heute nicht annähernd umgesetzt worden" lautet das Fazit angesichts seit 1986 anhaltender Bemühungen der Vereine um eine Verbesserung der Hallensituation.

Heinz Kiefer macht denn auch kein Hehl aus seinem Eindruck, "dass Politik und Verwaltung nicht mit der erforderlichen Ernsthaftigkeit die sportlichen und ehrenamtlichen Aktivitäten" unterstützten. Seine Hoffnungen für die Zukunft setzt der GSV Heinz Kiefer zufolge auf die "überparteiliche Sportfraktion" im Gemeinderat: Gelegenheit zu einer ausgiebigen Diskussion des Positionspapiers wird diese schon bald erhalten. Die Frage von Ralf Kriesemer (CDU), ob der Sportausschuss in diesem Jahr nochmals tagen könne, beantwortete Bürgermeisterin Margarete Kranz mit einem eindeutigen Ja. (S.M.)

(NGZ)
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