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Korschenbroich: Grundwasser-Pumpen zwei Mal im Einsatz

Korschenbroich : Grundwasser-Pumpen zwei Mal im Einsatz

Für die "Kappung der Grundwasser-Spitzen" ist seit Dezember 2011 der Erftverband zuständig. Im Winter musste zwei Mal gepumpt werden.

Gute Nachrichten gab's jetzt für die Korschenbroicher: Im zurückliegenden Winter musste lediglich zwei Mal überschüssiges Grundwasser im Bereich Herrenshoff abgepumpt werden. Diese positive Bilanz zog Stefan Simon, der beim Erftverband verantwortliche Diplom-Ingenieur für das Grundwasser-Kappungsmodell, jetzt im Umweltausschuss der Stadt. Während in Kleinenbroich und Pesch jeweils 30 Zentimeter und in Raderbroich 18 Zentimeter bis zur Einschaltquote fehlten, wurde in Herrenshoff der Grenzwert überschritten. Der Ponton auf dem See in Herrenshoff und der Brunnen (41) an der Novalisstraße kamen zwei Mal zum Einsatz. Insgesamt wurden in den Pumpphasen — einmal von Neujahr bis 18. Januar und nochmals im Februar/März — 283 000 Kubikmeter Grundwasser aus dem See und dem Brunnen 41 gefördert.

Die neue Technik ist — bis auf wenige Restarbeiten — komplett, so dass die Brunnen als auch der Ponton autonom gesteuert werden können. Für Stefan Simon heißt das auch "mehr Service für weniger Aufwand". "Wir können von überall aus — ob von Bergheim, von Zuhause oder aus dem Urlaubsort — die Brunnen einschalten", erklärte der Experte den Ausschussmitgliedern. Gleiches gelte auch bei möglichen Störungen: "Wir können sofort reagieren, ohne erst nach Korschenbroich fahren zu müssen."

Mit Hilfe von sieben Brunnenanlagen sowie einem Schwimmponton auf dem Baggersee werden beim Überschreiten von Grenz-Grundwasserständen an Messstellen über zehn Jahre hinweg Grundwasserhaltungsmaßnahmen betrieben. Der Erftverband hat für die Stadt Korschenbroich die Grundwasser-Regulierung zunächst bis 2021 übernommen. Der Vertrag wurde im April 2011 vom Erftverbands-Vorstand Wulf Lindner und Korschenbroichs Bürgermeister Heinz Josef Dick unterzeichnet.

Zum Hintergrund: Seit März 1999 bestimmt das Grundwasser-Problem den Alltag vieler besorgter Menschen im Stadtgebiet. Sorgen, Ängste und Existenznöte wechseln sich je nach Jahreszeit und Grundwasserstand ab. Über 900 Hauseigentümern in Korschenbroich und weiteren 100 in der Stadt Kaarst soll durch das Modell zur "Kappung der Grundwasserspitzen" geholfen werden.

Als "positives Signal" wertet Stefan Simon auch die Entscheidung der Unteren Wasserbehörde zum Herzbroicher Graben. Dort war es bereits im Vorjahr aufgrund zu hoher Eisen- und Manganwerte zu leichten Wasserverfärbungen gekommen. "Da der Graben nicht dauerhaft Wasser führt und auch kein Fischgewässer ist, dürfen wir dort im Bedarfsfall jederzeit pumpen", informierte Simon über die Rhein-Kreis-Entscheidung.

Kommen Stadt und Erftverband mit dem Geld aus, wollte Wolfgang Lieser (CDU) wissen. Ein klares Ja gab's dazu von Bürgermeister Dick, der an die festen Vertragsvorgaben erinnerte: "Es gibt keine Rückzahlung und im Gegenzug keine neue Forderung des Erftverbandes."

(NGZ/top)