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Korschenbroich: Großer Abschied für Jugendamtsleiter

Korschenbroich : Großer Abschied für Jugendamtsleiter

Nach 26 Jahren im Amt wurde gestern Kreisjugendamtsleiter Norbert Dierselhuis mit einem Festakt in Dormagen verabschiedet. Gelobt wurden insbesondere seine Eloquenz, seine Menschlichkeit und sein Einsatz.

Dass Norbert Dierselhuis über eine geschliffene Rhetorik verfügt, weiß jeder, der mit ihm schon einmal ein Gespräch geführt hat. Aus dem Nähkästchen plauderten bei seiner offiziellen Verabschiedung als Kreisjugendamtsleiter gestern auch seine bisherigen Vorgesetzten: Dezernent Tillmann Lonnes etwa berichtete von seinen anfänglichen Versuchen, sich im Kreisjugendhilfeausschuss auch einmal selbst das Wort zu verschaffen, mit dem Dierselhuis meisterhaft und ausgiebig umzugehen versteht.

Entsprechend vorgewarnt hätten ihn schon seine Vorgänger als Dezernenten, der frühere Landrat Dieter Patt und der heutige Amtsinhaber Hans-Jürgen Petrauschke, berichtete Lonnes der amüsierten Festgesellschaft.

Als "The Voice" adelte den scheidenden Jugendamtsleiter Korschenbroichs Bürgermeister Heinz Josef Dick in seiner Laudatio, die er zugleich auch für seine Amtskollegen Harald Zillikens und Albert Glöckner hielt. In seiner Ansprache schilderte Dick nur leicht verfremdet eine geradezu typische Sitzung mit Norbert Dierselhuis, wenn dieser in "JüKoRo" (Jüchen, Korschenbroich, Rommerskirchen) den Bericht des Kreisjugendamts erstattete.

"Entweder man behauptet, etwas zu leisten — oder man leistet wirklich etwas", zitierte Hans-Jürgen Petrauschke den Schauspieler Danny Kaye. Daran, dass für Dierselhuis der zweite Halbsatz gilt, ließ kein Redner einen Zweifel: "Hochkompetente Arbeit" habe der Jugendamtsleiter abgeliefert, attestierte ihm der Landrat. Überzeugungskraft gehöre ebenso zu seinen Stärken wie "eine Kombination, die man selten findet: Idealismus, gepaart mit Bodenhaftung und pragmatischem Talent".

Tillmann Lonnes würdigte neben der allseits bekannten Redekraft auch Dierselhuis' "Menschenfreundlichkeit" wie sein "Freiheitsgefühl". Für Jüchens Bürgermeister Harald Zillikens ist Norbert Dierselhuis im gesamten Jugendamtsbezirk eine Institution: "Ich kenne ihn schon aus Jahrzehnte langer Arbeit beim Kreis. Es war immer eine offene, faire und kollegiale Zusammenarbeit." Dierselhuis habe stets "ein offenes Ohr gehabt — ich empfinde große persönliche Wertschätzung für ihn", sagte Zillikens. Hatte Heinz Josef Dick auf den zuweilen "dröhnenden Bass" des Jugendamtsleiters verwiesen, komplettierte Dierselhuis' Nachfolgerin Marion Klein dieses Bild: "Er ist auch ein Mann der leisen Töne." "Respekt und Augenhöhe" seien seine Devise gewesen, so die neue Jugendamtsleiterin.

Am Ende der Lobpreisungen zeigte sich Norbert Dierselhuis dann von einer ungewohnten Seite: "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll." Er hatte sich jedoch schnell wieder gefasst und schloss die "kürzeste Rede, die ich je gehalten habe" mit dem Ausblick auf einen für den Sommer geplanten USA-Trip.

(NGZ/rl)