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Galopp: Grasbahn-Premiere mit Regen und Sturm

Galopp : Grasbahn-Premiere mit Regen und Sturm

So etwas nennt man wohl unglückliches Zusammentreffen: Nach Wochen des "goldenen Oktober" meldete sich ausgerechnet zur Grasbahn-Flutlicht-Premiere auf der Neusser Galopprennbahn gestern der Herbst. Und er tat das mit Regen und einem kräftigen Sturm zwischen dem fünften und sechsten Rennen so gründlich, dass der Besuch eher mau blieb.

Schade, denn "die Neusser haben sich unheimlich viel Mühe gegeben," lobte Bianca Wagner (36), die neue Sicherheitschefin des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen in Köln, den Zustand des Geläufs. Ein Lob, in das auch Christian von der Recke (54), der 18-fache Trainerchampion aus Weilerswist, einstimmte: "Dass das Geläuf bei diesem Wetter weich ist, liegt in der Natur der Sache. Aber insgesamt ist das heute hier in Ordnung." Bianca Wagner ("Ich hatte vor diesem Renntag eine schlaflose Nacht") bemängelte nur den Übergang zwischen dem "Haus am Rennbahnpark" und der Hammer Landstraße: "Da hilft kein Nachbessern, da muss das Geläuf komplett erneuert werden." Und das möglichst bald, denn der nächste Renntag auf Gras ( (von noch insgesamt zweien in diesem Jahr) steht bereits am 4. November auf dem Programm.

Ein klarer Auftrag für Peter Ritters. Das Vorstandsmitglied des Neusser Reiter- und Rennvereins hatte sich am Samstag um den Aufbau der von der Hamburger Derbybahn ausgeliehenen mehr als 1000 Meter Kunststoff-Rails gekümmert, die den Winter über am Hessentor verbleiben: "Eine Sauarbeit. Schade, dass unsere Bemühungen nicht mit besserem Wetter und besserem Besuch belohnt wurden."

Vielleicht kämen mehr "Sehleute", wäre man nicht schutzlos den Elementen ausgeliefert. Das knapp acht Millionen Euro teure "Haus am Rennbahnpark" sorgt immer noch für Kopfschütteln bei denjenigen, die es zum ersten Mal sehen. So wie bei Horst-Gregor Lappe. Der gebürtige Velberter, seit Jahren Geschäftsführer des Münchner Rennvereins, hatte eine Direktoriumssitzung in Köln mit dem Besuch in Neuss verbunden. Und kam aus dem Staunen nicht heraus: "Ein solches Gebäude habe ich noch auf keiner Rennbahn gesehen. Warum hat man hier denn keine vernünftige Tribüne gebaut?" Ansonsten lobte er aber die Neusser Bemühungen: "Wir brauchen solche Renntage, für die Besitzer, aber auch für die Jockeys. Ohne Beschäftigungsmöglichkeiten stirbt dieser Berufsstand sonst aus." Schließlich sind die Sattelkünstler an Herbst- und Winterrenntagen ohnehin nicht zu beneiden.

(NGZ)