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Jüchen: Grabgebühren steigen um bis zu 47 Prozent

Jüchen : Grabgebühren steigen um bis zu 47 Prozent

Für die Friedhofsgebühren müssen die Jüchener 2013 merklich tiefer in die Tasche greifen. Die Abfallgebühr bleibt dagegen konstant.

Ein gewaltiger Gebührensprung erwartet die Jüchener im kommenden Jahr bei den Friedhofsgebühren. Nach nur wenigen Minuten war der Tagesordnungspunkt im Haupt- und Finanzausschuss abgehakt, doch die Folgen für die Bürger sind beträchtlich: Um 47,2 Prozent soll das Nutzungsrecht für eine Grabstätte teurer werden. "Die Kosten fürs Sterben schießen in die Höhe", sagte Gerolf Hommel ("Freie Wählergemeinschaft"), der als einziger gegen den Verwaltungsvorschlag stimmte. Das letzte Wort hat der Gemeinderat am 13. Dezember.

Jüchener müssen 2013 tief in die Tasche greifen: Für ein Reihengrab sollen 964 statt 655 Euro fällig werden, für ein Wahlgrab 1800 statt 1223 Euro. Die Gebühr fürs anonyme Urnenreihengrab steigt von 874 auf 1286 Euro, auch die Grabstellen in den neuen Urnenstelen werden um happige 47,2 Prozent teurer. Die Gebühren für die Grabbereitung steigen um 23,4, die für die Nutzung der Leichenhallen um 17 Prozent.

Im Rathaus erklärt dazu Technischer Dezernent Oswald Duda: "Wir kommen an der Erhöhung nicht vorbei. Die Haushaltslage mit einem Defizit von fünf Millionen Euro macht leider einschneidende Maßnahmen erforderlich." Duda weist zudem darauf hin, dass die Friedhofsgebühren in Jüchen auch nach dieser Anhebung noch günstiger seien als in den Nachbarstädten Grevenbroich und Korschenbroich: Für das Reihen-Erdgrab müssen in Grevenbroich dieses Jahr 1376 Euro bezahlt werden, in Korschenbroich 1114 Euro (Jüchen 655 Euro, 2013 964).

Doch woran liegt die Kostenexplosion in Jüchen für 2013? Ein Grund liegt laut Oswald Duda in einer Änderung beim Kalkulationsverfahren: "Die Verzinsung für Investitionen auf den Friedhöfen ist von den Gebührenzahlern zu tragen. Bislang wurden die Zinsen auf der Grundlage jahrzehntealter, nicht mehr aktueller Grundstückswerte berechnet." Das entspreche nicht den landesweiten Vorgaben. "Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung mussten wir die Daten an die aktuellen Grundstückswerte anpassen." Für die Jüchener Gebührenzahler ergibt sich daraus eine Mehrbelastung von insgesamt 75 000 Euro. Ratsherr Gerolf Hommel hatte sich im Ausschuss schon gewundert, "warum der Wert unserer Friedhofsflächen so plötzlich von 1,2 Millionen auf 3,2 Millionen Euro gestiegen ist".

Technischer Dezernent Duda nennt einen weiteren Grund für den Anstieg: "In früheren Jahren konnten wir die Gebühren durch jeweils 60 000 Euro Überschüsse aus vorherigen Jahren niedriger halten, die sind jetzt aber auf 20 000 Euro gesunken."

Ein Trostpflaster für Gebührenzahler: "Die Abfallgebühren können wir im kommenden Jahr – trotzleicht höherer Deponieentgelte an den Kreis – konstant halten", sagt Duda. Die Leerung der 80-Liter-Restmülltonne kostet weiter 136,80 Euro im Jahr, die des 120-Liter-Gefäßes 205,20 Euro. Teurer wird aber die Straßenreinigung, und zwar um 14 bis 15 Cent je Meter Straße. Dafür wiederum sinkt im kommenden Jahr die Gebühr für den Winterdienst um 13 bis 15 Cent je Meter.

(NGZ)