1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Golf: GC Hummelbachaue kehrt in die Erste Bundesliga zurück

Golf : GC Hummelbachaue steigt in 1. Liga auf

Mit dem (aller-)letzten Putt auf dem 18. Grün machte Anna Nomrowski im Showdown gegen den Berliner Golfclub Stolper Heide die Rückkehr und damit den Durchmarsch der jungen Neusserinnen ins deutsche Oberhaus perfekt.

Und sie haben es wieder getan. Schon 2015 war den Golferinnen des GC Hummelbachaue das besondere Kunststück gelungen, innerhalb von zwei Jahren von der Regionalliga in die höchste deutsche Spielklasse aufzusteigen. Der Abstieg im Jahr darauf war extrem unglücklich – am letzten Spieltag auf heimischer Anlage in Norf fehlte nur ein Punkt zur Rettung. Mit Platz vier buchte damals der Berliner GC Gatow eine weitere Saison in der Eliteliga. Und ausgerechnet der 1969 von Briten gegründete Golfclub im Bezirk Spandau stellte diesmal die Bühne für die vor der Saison noch nicht mal erträumte Rückkehr in die Beletage.

Und weil es fast schon Tradition ist, geriet auch der 5:4-Erfolg über den Berliner GC Stolper Heide zum Drama. Dabei schienen die Schützlinge von Kapitän und Coach Fabian Hahn zunächst einem unerwartet lockeren Sieg entgegenzuschweben. Zwar hatte sich der Cheftrainer auf eine fast unlösbare Aufgabe eingestellt, „als wir gesehen haben, dass es gegen Stolper Heide ging, habe ich gedacht, da ist Schluss“, doch nach den drei 4er-Partien lagen die Neusserinnen plötzlich mit 2,5:0,5-Punkten komfortabel vorne. Nina Klug und Blanka Decker gewann ihr Match ebenso wie Felicitas Kampshoff und Katharina Tieves. Das Unentschieden von Anna Nomrowski und Carolin Alblas ärgerte Hahn dagegen sehr, „denn wir alle wissen, dass auch große Führungen nicht sicher sind. Ein halber Punkt kann am Ende entscheiden.“

  • Wollen mit dem Golfclub Hummelbachaue ins
    Golf : GC Hummelbachaue klopft ans Tor zur 1. Liga
  • Die Hubbelrather Golfspieler feiern die Deutsche
    Überraschungssieger : Golfclub Hubbelrath ist Deutscher Meister
  • Es gibt viele Möglichkeiten, sich sportlich
    Berufskolleg : Sportunterricht mal anders – Projekttag zum Thema Golf

Indes: Da für das Gesamtergebnis nur neun Punkte zu vergeben waren, bedeutete dieser klare Spielstand, dass die Berlinerinnen in den folgenden sechs Einzeln mächtig unter Druck standen. Dem hielt der Meister der 2. Liga Nord allerdings stand, was Trainer Maximilian Tscherner mit einigem Stolz zur Kenntnis nahm: „In den Einzeln haben die Mädels gezeigt, was sie können.“ Nach fünf Duellen „Frau gegen Frau“ hieß es 4:4-Unentschieden, so dass die letzte Partie die Entscheidung bringen musste. Ein Nervenspiel. Aber Anna Nomrowski war der Herausforderung gewachsen. Bis zum 18. Grün und dem letzten Putt verteidigte sie gegen die routinierte Linda Trockel ihren knappen Vorsprung – und nutzte aus zwei Metern schließlich auch den Matchball zum ausgelassen gefeierten Sieg. Eine Entscheidung, mit der Hahn schon gar nicht mehr gerechnet hatte. „Ich war innerlich schon beim Stechen.“

Auch daheim in Neuss, wo viele Vereinsmitglieder den Golf-Krimi per Livescoring an ihren Smartphones mitverfolgt hatten, löste sich die Spannung. „Auch hier war der Jubel auf der Terrasse nach dem entscheidenden Putt natürlich riesengroß“, stellte Jürgen Ottmann als Spielführer stellvertretend für den Vorstand fest. Sein Kurzfazit: „Endstand 5:4 für Hummelbachaue – Durchmarsch perfekt, Aufstieg geschafft!“ Und das verdient, bestätigte Tscherner, „dieses junge und sehr dynamische, gute Team von Hummelbachaue hat unsere Schwäche in den Vierern erkannt und die Chance genutzt.“ Den angepeilten Aufstieg verschob er fast trotzig aufs nächste Jahr und kündigte an: „Wir haben uns vorgenommen, 1. Bundesliga zu spielen. Das ist unsere Mission.“

Derweil genehmigte sich Hahn einen kurzen Augenblick der inneren Einkehr, erinnerte an die Ausgangsposition des Neulings vor dem ersten Spieltag am 16. Mai: „Wir wollten einfach nur nicht absteigen.“ Dass es stattdessen nach nun fünf Jahren zurück ins Bundesliga-Oberhaus geht, ist für ihn darum immer noch schwer zu fassen und bringt ihn auch gefühlsmäßig an Limit: „Ich trainierte die Mädels, seit dem sie zwölf, 13 Jahre alt sind. Das ist sehr emotional für mich.“

In der kommenden Saison trifft er mit seiner Mannschaft in der 1. Bundesliga Nord auf alte Bekannte: Der Deutsche Mannschaftsmeister Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee war 2016 ebenso schon dabei wie der Final-Four-Teilnehmer Hamburger GC und der GC Hubbelrath. Fünfter Mitbewerber ist der Düsseldorfer GC. Der GC Hummelbachaue rückt im Übrigen für den Berliner GC Gatow auf – da schließt sich der Kreis.