Lokalsport : Goldenes Wochenende

Zwei Junioren-Europameisterinnen, ein Junioren-Vize-Europameister und ein Teilnehmer am Finale der Champions Trophy, dem nach Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften wichtigsten Hockeyturnier der Welt, und das alles an einem Wochenende: Vielen Vereinen wären solche Erfolge einen Empfang mit Blasmusik und Willkommens-Transparenten wert.

Für den HTC Schwarz-Weiß Neuss scheinen Medaillen seiner Nationalspieler(innen) inzwischen Routine zu sein, von denen man nicht viel Aufhebens macht. Die Bilanz dieses Wochenendes konnte sich jedenfalls sehen lassen für den Klub von der Jahnstraße: Lina Geyer und Theresa Laubenstein standen in der Junioren-Nationalmannschaft des Deutschen Hockey-Bundes, die zum siebten Male Europameister wurde.

Im Endspiel des EM-Turniers in Catania auf Sizilien, auf das Bundestrainer Michi Behrmann seine Schützlinge unter anderem in Neuss vorbereitet hatte, gab es einen 1:0-Sieg über England. Auf dem Weg dorthin hatten die deutschen Nachwuchsspielerinnen Wales mit 7:0, Weißrussland und England jeweils mit 6:0 besiegt. Gegen Gastgeber Italien gab es dann einen wahren Krimi um den Einzug ins Finale, den die Behrmann-Schützlinge schließlich mit 3:1 nach Siebenmeterschießen erfolgreich beendeten.

Knapp am Gold vorbei schrammte Tim Blasberg mit der Junioren-Nationalmannschaft bei den europäischen Titelkämpfen in Prag. Im Endspiel gegen die Niederlande hieß es nach regulärer Spielzeit 2:2, ehe das "Golden Goal" die Entscheidung zugunsten der Niederlande herbeiführte, die auch schon ihr Gruppenspiel gegen die Truppe von Bundestrainer Uli Forstner mit 4:2 gewonnen hatten.

Tim Blasberg erzielte dabei den zweiten Treffer für die DHB-Auswahl, die sich zuvor gegen Russland (7:0) und Polen (4:1) durchgesetzt hatte. Im Halbfinale gegen Spanien fiel in der Verlängerung kein "Golden Goal", so dass ein Siebenmeterschießen über den Einzug ins Endspiel entscheiden musste. Die Deutschen setzten sich dabei nach überaus spannendem Verlauf mit 12:11 durch.

Vierter im Bunde war Sebastian Draguhn, der am Sonntag im spanischen Terrasa im Endspiel der Champions-Trophy stand. Fünfeinhalb Wochen vor Beginn der Hockey-Weltmeisterschaften in Mönchengladbach (6. bis 17. September) unterlagen die Schützlinge von Bundestrainer Bernhard Peters im Finale mit 1:2 gegen die Niederlande, den deutschen Treffer zum 1:2-Zwischenstand erzielte in der 40. Minute der Krefelder Timo Weß.

Peters war mit dem Ergebnis zufrieden: "Wir haben gesehen, dass wir mit den Besten der Welt auf Augenhöhe sind. Das gibt eine Menge Selbstvertrauen", so der Bundestrainer. "Und wir haben erkannt, woran wir noch arbeiten müssen. Wir haben das Potenzial noch zu einer klaren Leistungssteigerung." Schon im Vorfeld des Turniers hatte Peters prophezeit: "Der Trophy-Sieger wird nicht Weltmeister."

Deutschland, mit dem aus Grimlinghausen stammenden Christian Schulte im Tor, war zuvor ohne Niederlage ins Endspiel marschiert, hatte aber drei mal Unentschieden gespielt: Gegen Gastgeber Spanien (1:1), Pakistan (3:3) und den späteren Finalgegner Niederlande (3:3). Gegen den Trophy-Neuling Argentinien (3:1) und gegen Australien (4:3) hatte es Siege gegeben. Die Niederlande zogen damit mit dem achtfachen Trophy-Sieger Australien gleich.

Nächste Station vor der WM ist das Vier-Nationen-Turnier in Hamburg vom 25. bis 27. August, bei dem Deutschland erneut auf Pakistan, Spanien und die Niederlande trifft. Vorrundengegner bei der WM sind Indien (Eröffnungsspiel am 6. September um 15.30 Uhr), England, Korea, Südafrika und erneut die Niederlande.

(NGZ)