Goldene Generation des KSK Konkordia Neuss tritt mit DM-Gold ab

Ringen : Goldene Generation tritt mit DM-Gold ab

Jugendringer des KSK Konkordia Neuss verteidigen in Röhlingen den Deutschen Mannschaftsmeistertitel.

Dieser Abgang hatte Klasse. Ihren letzten Auftritt im Nachwuchsbereich krönten die Ringer des KSK Konkordia Neuss bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im württembergischen Röhlingen mit einem souveränen 17:9-Finalsieg  über den KV Riegelsberg und verteidigten damit den im Vorjahr gewonnen Titel in der Jugend.

Genauso treten Champions ab. Die Regentschaft der vom Ringerverband Nordrhein-Westfalen auf seiner Homepage ehrfurchtsvoll als „Goldene Generation“ bezeichneten Neusser hatte ausgerechnet am Tiefpunkt der seit 1924 fortgeschriebenen Vereinsgeschichte begonnen. Beim Rückzug der Bundesliga-Truppe in die Verbandsliga 2012 hatte der mittlerweile zum Ehrenvorsitzenden beförderte Hermann J. Kahlenberg mit Blick auf die damals noch blutjungen Talente vollmundig angekündigt: „Ich garantiere, die werden mal Deutscher Meister.“ Und so kam es: 2014 machte Platz vier bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Schüler  Lust auf mehr. Schon im Jahr darauf gelang den KSK-Schülern mit Platz eins der große DM-Wurf. Und damit war die Konkordia nicht mehr zu stoppen: 2017 fuhren die Neusser sogar zweigleisig, holten sich bei den Schülern den 2016 als Vizemeister verlorenen DM-Titel zurück und wurden Zweite bei der Jugend. 2018 triumphierten die Jugendlichen vor heimischem Publikum – und schufen damit die Voraussetzung für die Titelverteidigung am Wochenende.

Dazu heißt es auf der Verbandsseite www.ringen-nrw.de: „War die Meisterschaft im Vorjahr noch eng umkämpft, so war es 2019 fast schon eine Machtdemonstration der KSK-Athleten.“

Zur großen Erleichterung der nationalen Konkurrenz kann diese herausragende Mannschaft nicht auf ewig zusammen bleiben. Aus Altersgründen scheiden wesentliche Korsettstangen aus, allen voran Samuel Bellscheidt, WM-Dritter und Vize-Europameister bei den Kadetten. Der 18-Jährige ist so gut, dass ihn Bundestrainer Maik Bullmann unbedingt schon bei den Senioren sehen will. Weil dort Großkaliber wie Weltmeister Frank Stäbler auf ihn warten, hält Kahlenberg diesen Schritt für verfrüht. Doch auch er weiß natürlich, dass die in der Nordstadt ausgebildeten Talente begehrt sind: „Jungs wie Samuel und Aaron Bellscheidt oder auch Deni Nakaev und Ayoub Musaev haben Angebote aus der 1. Bundesliga.“ Noch widerstehen sie allen Verlockungen, bleiben beim mit den Herren nur in der Oberliga ringenden KSK, weil sie in Neuss unter Trainer Oleg Dubov Strukturen vorfinden, die es erlauben, sie individuell zu fördern. Auch darum ist Kahlenberg vor der Zukunft nicht bange. „Wir können mit unserem Nachwuchs auch 2020 vorne mitringen.“

Für Aaron und Samuel Bellscheidt, Deni Nakaev und Oleg Dubov geht es bereits am Sonntag weiter nach Frankfurt/Oder zum Internationalen Turnier und Lehrgang mit der Nationalmannschaft.

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