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HTC Schwarz-Weiss bei Jugend-Europameisterschaften: Gold um den Hals, Gips an der lädierten Hand

HTC Schwarz-Weiss bei Jugend-Europameisterschaften : Gold um den Hals, Gips an der lädierten Hand

Sophie Steindor, Tim Blasberg, Robin Joseph und Steffen Geyer kommen mit dem Fahrrad, natürlich. Sich von den Eltern mit dem Auto bringen zu lassen, das kommt gar nicht in die Tüte. Hockey-Spieler sind eben so - vor allem die des HTC Schwarz-Weiß Neuss. Stehen für die Zukunft des HTC Schwarz-Weiß Neuss, von links: Sophie Steindor (15 Jahre), Tim Blasberg (17), Robin Joseph (16) und Steffen Geyer (17). NGZ-Foto: A. Woitschützke -->

Sophie Steindor, Tim Blasberg, Robin Joseph und Steffen Geyer kommen mit dem Fahrrad, natürlich. Sich von den Eltern mit dem Auto bringen zu lassen, das kommt gar nicht in die Tüte. Hockey-Spieler sind eben so - vor allem die des HTC Schwarz-Weiß Neuss. Stehen für die Zukunft des HTC Schwarz-Weiß Neuss, von links: Sophie Steindor (15 Jahre), Tim Blasberg (17), Robin Joseph (16) und Steffen Geyer (17). NGZ-Foto: A. Woitschützke -->

Die Extraportion Bewegung bekommt dem Quartett offenbar prächtig, alle vier trugen bei den Jugend-Europameisterschaften im Feldhockey das Trikot mit dem Adler auf der Brust. Und trotzdem: Sophie Steindor, gerade noch 15 Jahre alt, hat schon mehr gelacht. Denn während ihre Teamkolleginnen bei der U16-EM im litauischen Siauliai ebenso ausgelassen wie die weibliche U18 in Dublin den Titel feierten, stand ihr der Sinn eher nach Ruhe. Im vorletzten Spiel der Finalrunde hatte sie unliebsame Bekanntschaft mit dem Schläger einer englischen Gegenspielerin gemacht. Sie wusste gleich - da ist was kaputt, "weil das hat so komisch vibriert".

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Eine Ahnung, die im Krankenhaus zur Gewissheit wurde: Mittelhandknochen gebrochen, vier Wochen Pause. "Ich hab' gut geheult", gesteht sie. Weniger wegen der Schmerzen, viel mehr aus Enttäuschung. Schließlich wäre sie nur allzu gerne dabei gewesen, als sich Deutschland durch einen 4:2-Erfolg über die Niederlande Gold holte. Aber: Die Medaille baumelt natürlich trotzdem um ihren Hals - der verdiente Lohn einer tadellosen Leistung. Wie der "Goldjunge" in einem Hollywood-Streifen muss sich derweil Robin Joseph vorgekommen sein.

In Barcelona beherrschte er mit der U16 die Konkurrenz fast nach Belieben. Auf dem Weg zur Europameisterschaft schossen er und seine Kollegen in sechs Spielen satte 49 Tore, düpierten zum Abschluss den Erzrivalen Niederlande vor gut und gerne 500 Zuschauern gar mit 8:2. Robin Joseph fand's einfach nur "geil", besonders weil ihm beim 11:0 gegen Tschechien just an seinem 16. Geburtstag ein Treffer gelang. Nicht zu verachten sei danach auch die Fete im "Olympic Port" gewesen sein, "einer Art Party-Meile im Hafen von Barcelona".

Dabei vergaßen auch Steffen Geyer und Tim Blasberg ihren Frust - wenigstens ein bisschen. Mit der U18 als großer Favorit angereist - kurz zuvor waren bei einem Vorbereitungsturnier in Bonn noch zwei Siege über den späteren Europameister Niederlande gelungen -, lief in Spanien so ziemlich alles schief für den Titelverteidiger. Noch müde von der späten Anfahrt, "fast alle hatten mit ihren Mannschaften am Tag zuvor noch in der Bundesliga gespielt" (Blasberg), ging direkt die erste Partie gegen Spanien mit 0:1 verloren.

Gegen die Niederlande verkürzte Deutschland nach einem 1:3-Rückstand auf 2:3 und nutzte praktisch mit dem Schlusspfiff eine kurze Ecke zum vermeintlichen Ausgleich. Da aber der Ball durch das zu stark gespannte und deshalb zu großmaschige Netz hindurchsegelte, verloren die Schiedsrichter den Durchblick und gaben den Treffer nicht. "Wäre das Tor anerkannt worden, hätten wir um die Medaillen gespielt", ärgerte sich Steffen Geyer, vor zwei Jahren mit der U16 schon mal EM-Champion. Dass am Ende nur der fünfte Platz heraussprang, schlug den deutschen Spielern nachhaltig aufs Gemüt, denn eine Chance, Versäumtes nachzuholen, gibt es nicht.

Geyer: "Deutschland nimmt im Jugendbereich nicht mehr an Europameisterschaften teil, weil sie nicht mehr ins Förderungskonzept des DHB passen." Schwamm drüber. In anderthalb Wochen beginnen die Sommerferien - alle vier besuchen (natürlich) das Quirinus-Gymnasium in Neuss -, rücken andere Dinge in den Vordergrund. Vielleicht findet Sophie Steindor ja Zeit für ihr Schlagzeug oder Steffen Geyer entdeckt sein Saxophon neu ..... -sit

(NGZ)