Jüchen: Glockenturm brennt lichterloh

Jüchen: Glockenturm brennt lichterloh

Flammen zerstörten den Priesterather Glockenturm, die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus. Die Feuerwehr ging zuerst vom Kirchturmbrand aus. Nach Vollalarm rückten nur 28 der Feuerwehrleute an, viele arbeiten außerhalb.

Die Glocke in Priesterath muss erst einmal schweigen. Aus unbekannter Ursache stand am Mittwoch gegen 15.20 Uhr der rund acht Meter hohe, hölzerne Glockenturm der Dorfgemeinschaft mit der aus Alt-Priesterath stammenden Glocke am Bürgerhaus komplett in Flammen.

"Ich war gerade auf dem Spielplatz, als ich informiert wurde. Ich lief hin und sah, dass der Turm lichterloh brannte", schildert Heinz-Josef Schlösser, Präsident der Dorfgemeinschaft, vor Ort. Feuerwehrchef Mario Heitbrink war gerade wegen eines Fehlalarms am Dycker Weinhaus, als der neue Alarm kam. "Zunächst war ein Kirchturmbrand gemeldet worden", die Pfarrkirche St. Pankratius ist nicht weit entfernt.

Heitbrink gab Vollalarm für alle fünf Löscheinheiten mit 157 Aktiven. Doch nur 28 Feuerwehrleute rückten an. "Viele Ehrenamtler arbeiten tagsüber außerhalb von Jüchen", begründet er. Für die Brandbekämpfung des Glockenturms reichte die Mannschaft aus, Anwohner hatten die Wehr gerufen: Von der Drehleiter aus löschte die Wehr das Feuer. Mit einem weiteren Strahlrohr verhinderte sie, dass die Flammen auf die angrenzende Garage übergriffen, deren Dach wurde leicht beschädigt. Drinnen lagert die Dorfgemeinschaft Geräte.

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Viele Bewohner verfolgten die Löscharbeiten, darunter Heinz-Josef Schlösser: "Meiner Ansicht nach kann das nur Brandstiftung gewesen sein. Wenn dem so ist, habe ich dafür keine Worte." Geschäftsführer Dirk Schlösser ergänzt: "Wenn möglich, errichten wir den Turm neu."

Die Holzständerkonstruktion ist laut Polizei völlig zerstört. Die Balken sind verkohlt, die Glocke hängt aber noch. Was wäre angesichts der geringen Zahl an Einsatzkräften nach Vollalarm gewesen, wenn wirklich der Kirchturm gebrannt hätte? "Dann hätten wir sofort die Wehren in Grevenbroich und Mönchengladbach angefordert", so Heitbrink auf Nachfrage der NGZ. Doch er betont: "Der Einsatz zeigt, dass wir die Zahl der Feuerwehrleute, etwa durch Mitgliederwerbung, steigern müssen. Das Problem der geringen Tagesverfügbarkeit haben viele Wehren."

Das Ziel: 200 statt heute 157 Aktive. Unterstützung erhalten die Ehrenamtler seit kurzem von sieben Bauhof-Mitarbeitern, die während der Arbeitszeit mit ausrücken.

(dhk)
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