Heiteres und Besinnliches zum Schmöckern und Vorlesen: Glehnerin will nur Freude schenken

Heiteres und Besinnliches zum Schmöckern und Vorlesen: Glehnerin will nur Freude schenken

Von Ruth Wiedner

Von Ruth Wiedner

Sie versteht es, Freude zu verschenken - und das gleich in vielfältiger Form: gedruckt, in Hochsprache und in Mundart, als Kinderbuch, als Kurzgeschichte, mit ausgefallenen Gruß- und Glückwunschkarten. Seit über 18 Jahren sorgt die erfolgreiche Autorin und Mundartdichterin Marianne Förster aus Glehn für Kurzweil, mit Besinnlichem, mit Heiterem. Ihre gute Beobachtungsgabe und ihre positive Einstellung zum Leben sind die besten Lieferanten für neue Ideen - Lesestoff für alle Altersgruppen, der ihr nur so aus den Fingern fließt, wenn sie ihre alte Reiseschreibmaschine mit Strom versorgt. Wenn sie ihre veralterte Reiseschreibmaschine mit Strom versorgt, fließen ihr die schönsten Geschichten aus den Fingern: Marianne Förster, erfolgreiche Autorin aus Glehn. NGZ-Foto: L. Berns

"Von ihr kann ich mich eigentlich nicht trennen." Auch wenn dies wie eine Liebeserklärung klingt, denkt Marianne Förster doch über die neuen Techniken nach. Ein fest installierter Computer kommt der Glehnerin zwar nicht ins Haus, doch mit dem Gedanken, sich ein Laptop anzuschaffen, hat sie sich schon angefreundet. Der Reiz, zu jeder Zeit und an jedem Ort flexibel in die Tasten hauen zu können, hat auch für Marianne Förster etwas Faszinierendes.

Doch vorerst hält die neue Technik im Hause Förster keinen Einzug. Der Grund ist einleuchtend: Sie will zunächst das schon fast fertige Mundart-Buch mit amüsanten Glehner Histörchen in den Druck geben. "Das Manuskript ist fast fertig, auch der Titel und das Titelbild stehen bereits fest", macht sie Appetit auf die für das Frühjahr anvisierte Neuerscheinung. Auf über 100 Seiten hat sie Erlebtes, Überliefertes und - natürlich auch Erdachtes - zusammengetragen. Sie spricht von "Histörchen aus Glehn". Marianne Förster will unterhalten, die Menschen zum Lachen bringen und zum Schmunzeln veranlassen, "die Historie von Glehn zu schreiben, das überlasse ich den Experten".

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Viel Zeit hat die Glehnerin investiert, um ihrem hohen Anspruch gerecht zu werden: "Ich musste mir erst mal ein Wörterbuch in Glehner Platt zusammenstellen." Zudem galt es, sich zu entscheiden "zwischen der ganz alten Sprache oder der Mundart, die heute im Dorf gesprochen wird". "Früher sagte man beispielsweise für ,ich weiß es nicht' - esch weet et net. Heute hört man: Esch weeß et net." Mundart ist eine lebende Sprache, die sich im Laufe der Zeit durch die unterschiedlichsten Einflüsse verändert. Wenn diese fließende Entwicklung die Glehnerin auch manches Mal zum Grübeln brachte, so hat sich die erfolgreiche Autorin doch entscheiden müssen. Das liegt aber mehr am äußeren Druck.

Die Förster-Fans waren nämlich - wie schon so oft - ganz schnell und so räumt die begeisterungsfähige Autorin ein: "Ich muss mich jetzt sputen, das Buch muss wirklich fertig werden, schließlich ist die erste Auflage schon fast komplett vorbestellt." Wen wundert's? Die vielen Besucher der unzähligen Adventsveranstaltungen und Weihnachtsfeiern - zu dessen Erfolg sie kreisweit beiträgt - können nicht genug bekommen, wenn Marianne Förster ihre knallrote Lesebrille auf dem Nasenrücken in die richtige Position rückt und mit wohlklingender Stimme ihre aus dem Leben gegriffenen Geschichten vorliest. Als wahrer Renner entpuppte sich dieses Mal die heiter-besinnliche Geschichte der kleinen Lieselotte, die unbedingt einen neuen Schal braucht.

Obschon sich Marianne Förster zurzeit ausschließlich auf die "Glehner Histörchen" konzentriert, findet sie parallel dazu immer wieder etwas Freiraum, sich ihrer neuen Romanfigur zuzuwenden. Konzentriert und gleichermaßen amüsiert arbeitet sie an einem Frauenroman. "Luisa-Bella - die Lebensgeschichte einer wunderschönen Frau" soll Anfang 2003 die Regale in den Buchhandlungen füllen. Bei dem Gedanken an "Luisa -Bella" huscht ein verschmitztes Lächeln über ihr Gesicht: "Der Titel steht und das Manuskript ist schon zur Hälfte geschrieben, den Rest muss ich nur noch zu Papier bringen", sprudelt es aus ihr heraus. Aber auch in Sachen Grußkarten wird's noch im Frühjahr Neues aus der Förster-Schmiede geben.

Sprüche und Gedichte zu besonderen Anlässen, zu Geburtstagen und zu Jubiläen entwickelten sich zu ihrer Spezialität. Anfangs wurden die auch optisch ausgefallenen Gruß- und Glückwunschkarten mit der besonderen Note noch in mühevoller Kleinarbeit von ihr persönlich angefertigt und über ihren eigenen Verlag - mit Sitz in Glehn versteht sich - vertrieben. Seit Jahren arbeitet Marianne Förster nun schon für Deutschlands größten Grußkarten-Verlag. Ob auf Sylt, in Neuss oder aber in Garmisch-Partenkirchen - ihre Karten findet man bundesweit in jedem gut sortierten Grußkarten-Ständer. Eine neue Serie - mit sechs unterschiedlichen Texten für jeden Anlass - ist nun auch in Vorbereitung.

(NGZ)