Jüchen : Gierath braucht Sternsinger

Für die Gemeinden in Jüchen wird es schwieriger, Kinder aufzutreiben, die den Segen in die Häuser tragen. Vor allem in Gierath haben sich erst kurz vor Toresschluss genügend "Könige" gemeldet. Andere Ortsteile haben mehr Glück.

In Gierath werden die Sternsinger knapp. Während Bedburdyck, Hochneukirch und Jüchen gut aufgestellt sind, hatte man in Gierath noch händeringend nach weiteren Kindern gesucht. "Bis gestern hatten wir nur zwölf Rückmeldungen", sagt Margret Mölders vom St.-Martinus-Kindergarten. "Die ganze Aktion stand auf der Kippe." Mölders hat, gemeinsam mit einer Kindergartenmutter, die Organisation des Sternsingens übernommen. "Im vergangenen Jahr haben 30 Kinder mitgemacht und schon da war es schwierig .alle Straßenzüge zu bedienen", sagt sie.

Die Gründe sind vielschichtig, findet auch Ellen Weitz, Gemeindereferentin aus Gierath. "Ein Problem sind sicher die Ferien. Viele Familien sind zu dieser Zeit noch im Urlaub." Aber auch die Bereitschaft zu ehrenamtlicher Tätigkeit lasse nach. Eine mögliche Lösung könnte sein, die jeweiligen Kommunionkinder mehr in die Verantwortung zu nehmen. "In anderen Gemeinden werden die Kommunionkinder zum Sternsingen verpflichtet. Vielleicht sollten wir auch mal darüber nachdenken", sagt Margret Mölders. Weil es in Gierath nicht so viele Kommunionkinder gibt, hat sich Margret Mölders an die Schulen gewandt. "Bei den Dritt- und Viertklässlern haben wir nur wenige Rückmeldungen erhalten. Deshalb haben wir auch die Erst- und Zweitklässler mit ins Boot geholt." Bei einer Versammlung gestern Nachmittag konnten dann noch 15 Neuanmeldungen registriert werden. "Wir haben nun 27 Kinder, so dass unsere Sternsinger-Aktion auch 2012 stattfinden kann", sagt Mölders zufrieden.

Auch in Jüchen greift man auf Kommunionkinder zurück: "Unsere Messdiener werden beim Sternsingen oft von örtlichen Kommunionkindern unterstützt", sagt Ulrich Clancett, Pfarrer der Gemeinde St. Jakobus der Ältere. "Wir legen den Kindern nahe, sich zu engagieren", so Clancett. " Aber es wird niemand verpflichtet."

Der Mangel an Sternsingern sei ein "spezielles Gierather Problem". In Bedburdyck, Hochneukirch und Jüchen zögen zwischen 30 und 40 Kinder als Heilige Drei Könige durch die Straßen. Clancett führt das auf den Messdiener-Mangel zurück. Aber es sei auch allgemein immer schwieriger, die Tradition des Sternsingens aufrecht zu erhalten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kinder an den Haustüren auch häufig abgewiesen würden.

(NGZ)