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Korschenbroich: Gewerbesteuer-Einnahmen sinken um 77 Prozent

Korschenbroich : Gewerbesteuer-Einnahmen sinken um 77 Prozent

Der Korschenbroicher Gewerbesteuer-Einbruch von 2012 schlägt sich jetzt in der NRW-Statistik nieder.

Die Stadt Korschenbroich bildet mit einem Minus von 77,6 Prozent das Schlusslicht bei den Gewerbesteuereinnahmen in Nordrhein-Westfalen. Das geht aus der Halbjahresstatistik für 2013 hervor, die gestern NRW-Innenminister Ralf Jäger vorlegte. Korschenbroichs Bürgermeister Heinz Josef Dick nimmt's sportlich und reagiert völlig unaufgeregt: "Die Statistik stimmt. Aber wir kennen ja auch den Grund."

Mehr als 70 Prozent an Gewerbesteuereinnahmen sind der Stadt Korschenbroich auf einen Schlag – und das ohne Vorwarnung – im Juli 2012 weggebrochen. Im September wurde der Steuerverlust in Millionenhöhe öffentlich. Stadtkämmerer Bernd Dieter Schultze hatte zunächst die offizielle Meldung vom Finanzamt Grevenbroich abgewartet. Der Schock saß tief. Noch im gleichen Monat verabschiedeten die Ratsfraktionen einen Nachtragshaushalt, um gut sieben Millionen Euro zurückzuzahlen. "Uns ist der größte Gewerbesteuerzahler weggebrochen", erklärt Dick. "Und dabei haben wir in der Stadt keinen einzigen Arbeitsplatz weniger."

Verursacht wurde der immense Steuerverlust für die Stadt durch die Sempell AG. Der weltweit tätige Konzern entwickelt und produziert Armaturen unter anderem für Kernkraftwerke. Zunächst erfolgte 2012 die Umfirmierung zur Sempell GmbH, bevor dann der Zusammenschluss der Tyco International Sparte Flow Control mit Pentair zustande kam.

Die städtischen Gewerbesteuer-Einnahmen lagen 2011 bei rund 17 Millionen Euro. Der Ansatz von 2012 von zunächst 13,5 Millionen musste auf 5,55 Millionen Euro korrigiert werden. "Jetzt erwarten wir elf Millionen Euro", spricht Dick die Prognose für 2013 an. "Wenn nichts Unvorhergesehenes eintritt, werden wir die elf Millionen auch planmäßig einfahren." Allerdings betont Dick auch: "Die Gewerbesteuer ist keine verlässliche Steuer. Sie variiert ständig und ist nicht zuletzt von der allgemeinen Wirtschaft abhängig."

(NGZ)