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Korschenbroich: Gespinstmotte erschreckt die Bürger

Korschenbroich : Gespinstmotte erschreckt die Bürger

Aktuell sind viele Bäume und Sträucher im Korschenbroicher Stadtgebiet eingehüllt. Auffällig ist das Phänomen besonders an Straßen- und Wegrändern. Die weiß-grauen Gespinste sorgen für Unruhe beim Bürger. "Sie sind aufgeschreckt und beunruhigt und rufen im Rathaus an", bestätigt Stadtsprecherin Silke Schirmer die vielen Anfragen. "Gefährlich sind die weißen Weben in der Regel aber nicht", lautet der beruhigende Hinweis aus dem städtischen Umweltamt.

Bald schöne Schmetterlinge

Im Stadtgebiet handelt es sich dabei ausschließlich um Produkte der Gespinstmotte. Eichenprozessspinner, deren Haare bei Menschen zu allergischen Reaktionen wie Hautreizungen, Hautausschlägen oder Husten führen, sind bislang nur an zwei Stellen im Stadtgebiet aufgetreten. Theo Verjans vom Umweltamt weiß von Glehn und Myllendonk. Eine Fachfirma sei in Glehn bereits aktiv gewesen und habe den Prozessionsspinnerbefall beseitigt.

"Aktuell schaffen die Raupen der Gespinstmotte, einer Schmetterlingsart, diese auffälligen Netze", so Verjans. "Die Tiere schützen sich damit vor ihren Feinden – beispielsweise Vögeln – und verpuppen sich in den Gespinsten, nachdem die Raupen die Bäume kahlgefressen haben." Vielfach werden sie von Passanten und Gartenbesitzer mit dem Eichenprozessionsspinner verwechselt, dessen Raupen aber wesentlich größer sind und fast ausschließlich auf Eichen zu finden sind – wie der Name schon erklärt. Theo Verjans beruhigt: "Keine Sorge, die Raupen der Gespinstmotte sind für den Menschen ungefährlich." Und zudem fügt er an: "Ist die Gespinstmotte bis zum Juli zum Schmetterling geworden und ausgeflogen, erholen sich die betroffenen Bäume und Sträucher wieder. Sie tragen dann nach dem zweiten witterungsbedingten Blattaustrieb, der jährlich im Juni zu erwarten ist, wieder Blätter."

Die Raupen bevorzugen vor allem Schlehen, Pfaffenhütchen, Wildkirschen und Weiden, auch Obstbäume befallen sie. In Korschenbroich sind die Gespinste unter anderem am Sportplatz in Steinhausen in geballter Form zu finden. "Schwankungen bei der Population sind normal. Deswegen fallen uns die Gespinste nicht jedes Jahr so ins Auge wie gerade in diesen Tagen", sagt Verjans. Sein Tipp für Betroffene: Die Entwicklung der Raupe einfach nicht stören. Aus ihnen werden grau-weiße, etwa ein Zentimeter große Falter mit schwarz gepunkteten Flügeln.

(NGZ)