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Jüchen: Geschichten aus dem alten Garzweiler

Jüchen : Geschichten aus dem alten Garzweiler

Maria Schiffer und Erika De Girolami haben ein Buch über Garzweiler herausgebracht. Darin erzählen sie Anekdoten aus dem alten Dorf.

"Geschichten aus und um Garzweiler" heißt ein amüsant zu lesendes Buch, das jetzt erstmals beim Seniorennachmittag im Pfarrheim vorgestellt wurde. Maria Schiffer und Erika De Girolami hatten die Idee zu diesem Band.

Wie es dazu kam: "Vor drei Jahren haben wir – wie so oft abends – in nachbarschaftlicher Runde im Haus der Familie De Girolami gesessen und dabei Begebenheiten und Anekdoten von früher erzählt", sagt Maria Schiffer. Und da sei ihr die Idee gekommen: "Redet einfach weiter – ich schreibe das auf."

Seit vielen Jahren hat die 1939 in Jackerath geborene Frau alle Ereignisse im Dorf Garzweiler selbst miterlebt. Denn sie war bereits durch ihre Heirat mit Josef Schiffer ("Knobels Jupp") nach Alt-Garzweiler gekommen. Ihr war besonders nach der Umsiedlung des Dorfs klargeworden, dass ein Ort ärmer ist ohne seine Geschichten, Originale, Spitz- und Beinamen.

"Als unser Entschluss zu einem Garzweiler Erzählband stand, habe ich mit vielen älteren Leuten gesprochen, die, noch was wussten, von lustigen, aber auch traurigen und ernsten Anekdötchen rund um Garzweiler", sagt Maria Schiffer. Zum Teil notierte sie handschriftlich seit Generationen überlieferte Geschichten. Für ihre Recherchen legte sie viele Kilometer zurück. "Es wohnen nicht mehr alle Leute als Alt-Garzweiler im neuen Dorf", sagt Maria Schiffer. Bei dieser Gelegenheit sammelte sie auch alte Fotos aus Garzweiler. Nachbarin Erika De Girolami machte sich ans Werk, scannte diese fotografischen Schätze für das Buch ein.

Vor etwa einem Jahr gab sie sich ans Werk, um die von Maria Schiffer zusammengetragenen Texte auf ihren Computer zu übertragen. "Dabei habe ich aus langen Sätzen kurze gemacht – aber den eigenen Stil von Maria Schiffer musste ich beibehalten", erzählt De Girolami. Auch entschieden sich die Autorinnen des Garzweiler-Buchs, dass sie durchaus viele "Dönekens" in eingedeutschtem Platt übernehmen wollten, um auch den Erzählenden ihren eigenen Stil zu lassen.

So wird etwa plastisch geschildert, wie sich eine Familie mit dem Beinamen "Dotze" beim ehemaligen Gemeindedirektor Feindegen über stinkendes Rübenwasser beschwerte, das im Haus der Familie Wasel beim Kochen von Rübenkraut entstand – und von dort durch das Dorf in den Köhmbach floss. "Dä Meves litt die Knorrebröh dä Wäch eraf lofen, und et stenkt bei uns am Hüsje vorbeh. On dat welle mir net, un jetz welle mir däm dran rekele", lautete die Beschwerde.

Geld zur Förderung des Drucks kam von der Raiffeisenbank, der Sparkassenstiftung und von RWE Power. In seinem Vorwort zu dem kleinen Geschichtsband hofft Ehrenbrudermeister und Ehrenbürgermeister Peter Giesen, dass diese Erzählungen zum Miteinander von "Einheimischen" und "Neubürgern" beitragen werden – "damit denen geholfen wird, die hier beheimatet sein wollen".

(kvm)