Jüchen : Gerätehaus ist zu eng

Das Gerätehaus in Hochneukirch aus dem Jahr 1959 ist zu eng. Beim Einparken ist Augenmaß gefordert, separate Umkleiden und Duschen für Frauen fehlen. Mittelfristig muss ein neues Gerätehaus gebaut werden.

Fahranfänger möchte man bei diesem Manöver nicht sein: Nur wenige Zentimeter bleiben links und rechts beim Rückwärtseinparken ins Feuerwehrgerätehaus in Hochneukirch frei. Die Sicht ist eingeschränkt, und einen "Hüpfer" durch überhastetes Bremsen darf man sich auch nicht erlauben – sonst droht das Blaulicht an der Decke Schaden zu nehmen. Für Mario Heitbrink, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr in Jüchen, ist das Einpark-Manöver jedoch kein Problem. Allerdings räumt er ein: "Auf Dauer ist das Gerätehaus in Hochneukirch zu klein. Die Gemeinde ist jedoch informiert und unterstützt uns, wo sie kann." Auch dort weiß man: Mittelfristig muss in Hochneukirch ein neues Gerätehaus her. Der Bau von 1959 ist nicht mehr zeitgemäß.

Das zeigte sich zuletzt 2010 beim Kauf des neuen Hilfelöschfahrzeugs mit der Abkürzung HLF 20/16. 3000 Liter Löschwasser kann es transportieren. "Normalerweise sind solche Feuerwehr-Wagen 3,30 Meter hoch", sagt Heitbrink. Doch damit wäre man in Hochneukirch nie ins Gerätehaus gekommen – weil die Decke nicht hoch genug ist. Also gab es für den Löschzug Hochneukirch eine Sonderanfertigung mit 3,08 Meter Höhe. Erfahrene Fahrer können das HLF 20/16 zentimetergenau ins Gerätehaus lenken. Wer am Steuer eines solch' großen Feuerwehr-Wagens jedoch nicht so erfahren ist, dürfte einen ungebetenen Mitfahrer haben: Muffensausen. Mario Heitbrink stellt jedoch klar, dass dies halb so wild ist. "Wir haben ja immer jemanden, der beim Einparken durch Einweisen unterstützt", sagt der 37-Jährige. Außerdem ist das Fahrzeug mit einer Kamera ausgestattet, die vor Hindernissen warnt. Doch die Enge im Gerätehaus zeigt sich nicht nur beim Einparken.

Derzeit besteht die Mannschaft des Hochneukircher Löschzuges aus 26 Aktiven – allesamt Männer. Käme eine Frau hinzu, würde dies Probleme bedeuten: Der alte Bau hat weder eine Extra-Umkleide noch einen Extra-Duschraum für Frauen. "Da müssten Wände gezogen werden", sagt Heitbrink. "Das wäre allerdings schon machbar."

Unter dem Strich bleibt das Gerätehaus in Hochneukirch das Sorgenkind der Florianer. "Die Räumlichkeiten in den anderen Ortschaften sind absolut ausreichend", sagt Heitbrink. Wegen der schwierigen Haushaltslage dürfte ein Neubau vorerst ein Wunsch bleiben. "Dafür haben wir Verständnis", sagt Heitbrink. Auf lange Sicht müsse aber dennoch eine Lösung gefunden werden.

(NGZ)