Jüchen : Generationenplatz oft verwaist

Der Generationenplatz nahe dem Altenheim in Jüchen – mit Geräten für Senioren – wird nur wenig genutzt. Der Bau des in Hochneukirch geplanten Platzes wird verschoben, die Gemeinde will erst weitere Erfahrungen sammeln.

Helma Hahn hat die Geräte auf dem Generationenplatz ausprobiert – die Drehscheibe etwa, die mit den Händen bewegt wird. "Es ist entspannend, tut Rücken und Schultern gut", erzählt die 62-Jährige, die beim Netzwerk Jüchen aktiv ist. Doch viele ältere Jüchener haben diese Erfahrung noch nicht gemacht: Der Platz mit Geräten für Senioren an der Kasterstraße wird wenig genutzt. Das ruft die Gemeinde auf den Plan: Bevor zusätzliche Plätze geschaffen werden, will sie das weitere Interesse beobachten. Zugleich wird für das Angebot geworben.

2009 war der erste Platz an der Kasterstraße in Jüchen geschaffen worden – mit 15 000 Euro aus dem Gemeindeetat und einem Zuschuss des Kreises aus Mitteln der Kultur- und Sozialstiftung. Zwei weitere Seniorenfitnessgeräte wurden auf dem Kinderspielplatz am Broicher Kaul in Gierath aufgestellt. Das Ziel: Ältere Menschen sollen motiviert werden, sich mehr zu bewegen – etwa wenn sie mit Enkeln den Spielplatz besuchen.

Doch das Konzept geht nur teilweise auf. "Der Platz in Gierath wird genutzt, der in Jüchen aber nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben", erklärt Dezernentin Annette Gratz. Ein möglicher Grund sei, dass das Angebot noch nicht ausreichend bekannt sei. Das Seniorenzentrum Haus Maria Frieden 150 Meter weiter kann die Anlage nur eingeschränkt nutzen: "Die meisten Bewohner sind wegen ihres Alters dazu nicht in der Lage. Zudem ist der Platz durch das Gras für viele nicht begehbar. Mit den anderen gehen wir im Sommer hin", erklärt Leiter Richard Sachse "Außerdem fehlen aus meiner Sicht Hinweisschilder in der Umgebung."

Die Gemeinde tritt erst einmal – was weitere Anlagen angeht – auf die Bremse: Die Schaffung des dritten geplanten Generationenplatzes wird laut Gratz auf unbestimmte Zeit verschoben – die 10 000 Euro dafür sollen eingeplant bleiben. Zugleich soll Werbung gemacht werden: Die Gemeinde hat zusammen mit dem Netzwerk "Sport und Bewegung" im Kreis zu einer Multiplikatorenschulung geladen. Gruppenleiter des Netzwerks Jüchen für Menschen ab 55 Jahren, der Alten- und Rentnergemeinschaft sowie der evangelischen Kirchengemeinde lernten die Geräte kennen. "Wir haben beim Netzwerk eine Wander-, eine Radwander- und eine Spaziergängergruppe. Wir haben besprochen, dass sie den Generationenplatz nutzen, wenn das Wetter wieder schöner wird", kündigt Klaus-Dieter Hahn, Leiter des Organisationsteams, an.

(NGZ)