Lokalsport : Generalprobe abgesagt

Eigentlich hätte nach langer Umbauzeit morgen auf der Neusser Galopprennbahn ein Test für die offizielle Eröffnung am 15. November über die Bühne gehen sollen. Daraus wird wegen Mängeln am Geläuf nichts.

Es war alles gut gemeint und die Planungen weitgehend abgeschlossen. Sogar die Starterfelder für die sieben Rennen waren zusammengestellt. Morgen ab 14 Uhr sollte auf dem Rennbahnpark am Neusser Hessentor die Generalprobe für die eigentliche Eröffnung der Galopprennbahn am 15. November stattfinden. Gestern Nachmittag musste der vom Kölner Unternehmer Horst-Dieter Beyer und dem Neusser Rennverein mit viel Herzblut geplante Nachwuchs-Renntag abgesagt werden. Der Grund: Das Sandgeläuf befindet sich zumindest aktuell in einem Zustand, der keine einwandfreie Durchführung der Rennen gewährleistet.

Die Entscheidung, ob auch der bundesweit in den Medien angekündigte Eröffnungsrenntag ausfallen muss, fällt Anfang nächster Woche. Fakt ist: Es rächt sich schon jetzt die vor allem aus finanziellen Motiven begründete Verkennung der Warnungen aller Fachleute, in Neuss nicht nur eine Tribüne für diverse Zwecke (in dieser Form ohnehin hauptsächlich nur sehr eingeschränkt für Galopprennen geeignet) zu bauen, sondern auch an der wichtigsten Grundlage für Pferderennen zu denken, nämlich an das Geläuf. Es drängt sich der Vergleich mit dem Neubau eines Fußball-Stadions auf, bei dem anschließend für die hoch bezahlten Kicker nur ein Aschenplatz mit einem Lederball zur Verfügung steht.

Gestern Mittag um 12 Uhr fand auf der Bahn eine Begehung durch die Rennbahn-Prüfungskommission des Dachverbandes aus Köln statt. Diese kontrolliert regelmäßig die Sicherheit auf den Rennbahnen. Der Kommission unter Vorsitz von Arnold Aufderheide aus Hannover gehörten außerdem Harald Siemen als Sicherheitsbeauftragter des Direktoriums, die Rennleitungsmitglieder Dr. Peter Tasch und Hans Römers, der Neusser Trainer Axel Kleinkorres und der ehemalige Championjockey Filip Minarik an. Für den Neusser Rennvereins nahm Bernd Koenemann teil. Harald Siemen gegenüber der NGZ: "Während der Begehung des 15 Jahre alten Sandgeläufs wurde festgestellt, dass sich in den vergangenen anderthalb rennfreien Jahren das Profil des Renngeläufs weiterhin stark verändert hat. Das Geläuf weist an zahlreichen Stellen so starke Absenkungen auf, dass ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Praktikabilität vorgetragen wurden." Die endgültige Entscheidung, ob die Bahn freigegeben werden kann, soll am kommenden Montag getroffen werden. Dann tritt die Kommission in einer größeren Besetzung nochmals zusammen. Bis zum Montag prüfen Experten der Firma, die das Geläuf gebaut hat, in welcher Form eine kurzfristige Verbesserung der Lage erreicht werden kann.

Gestern Abend tagte der Vorstand des Rennvereins, anschließend fand die Mitgliederversammlung des Veranstalters statt. Auch der Ruf des Neusser Präsidenten Jan A. Vogel steht auf dem Spiel, schließlich ist er der Vorsitzende der Gesamt-Organisation aller deutschen Rennvereine und wegen seiner geringen Präsenz auf den Bahnen ohnehin stets massiv in der Kritik. Manager Bernd Koenemann blieb Optimist: "Die Beeinträchtigungen werden bis Mitte nächster Woche beseitigt sein. Und mit dem Veranstalter des Pony-Rennens ist vereinbart, diesen Renntag im nächsten Jahr nachzuholen."

(RP)