Jüchen : Gemeinde will Handel stärken

Jüchen als Einkaufsziel und Wirtschaftsstandort stärken: Das will die Gemeindeverwaltung mit neuen Konzepten für den Einzelhandel und für die Ansiedlung von Spielstätten. Alarmierend ist der hohe Verlust an Kaufkraft.

Wie attraktiv ist eine Kommune für Kunden? Das zeigt die Zentralitätskennziffer, die die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) jedes Jahr ermittelt. In Jüchen liegt der Wert mit 70,4 deutlich unter hundert – und zeigt an, dass die Kaufkraft stark abgezogen wird. Damit Jüchen in Zukunft für Kunden, aber auch für Handel und Unternehmer wieder interessanter wird, hat die Verwaltung ein Einzelhandelsstandortgutachten in Auftrag gegeben. "Verbunden damit ist ein Konzept für die Ansiedlung von Spielhallen, die wir dann besser steuern können", sagt Bürgermeister Harald Zillikens.

Bisher ist Jüchen in den Bereichen Handel und auch Spielhallen planlos. Um gezielter planen und bauen zu können, soll jetzt ein Einzelhandelsstandortkonzept erarbeitet werden. "Bisher haben fünf Büros Kostenvoranschläge abgegeben", so Gemeindesprecher Norbert Wolf. Was den Bürgermeister in seiner Funktion als Kämmerer freut: Die Kosten für das Gutachten liegen mit rund 11 000 Euro deutlich niedriger als zunächst angenommen.

In sechs bis acht Monaten soll das Konzept fertig sein. Zeitgleich wird sich damit ein Arbeitskreis beschäftigen, zu dem Jüchener Geschäftsleute, aber auch Vertreter der IHK Mittlerer Niederrhein und der Bezirksregierung Düsseldorf gehören. In einem letzten Schritt wird der Gemeinderat über das Konzept abstimmen.

Bürgermeister Harald Zillikens erhofft sich von dem Einzelhandelsstandortkonzept Impulse für das Gewerbegebiet Robert-Bosch-Straße. Seit Januar könnten sich dort theoretisch Firmen ansiedeln. Doch obwohl bereits mehrfach Gespräche mit Interessenten geführt werden, fehlen bisher Vertragsunterschriften. Zillikens könnte sich auf diesem Areal etwa Anbieter für Tierfutter, weiße Ware oder Babyzubehör vorstellen. Doch ohne Konzept ist dies nicht möglich. Neben dem Siedlungsschwerpunkt Jüchen soll auch Hochneukirch gestärkt werden. Weiterhin soll der Bereich Bedburdyck, Gierath und Stessen durch einen Nahversorger attraktiver werden. Mehrere Discounter hatten bereits Interesse signalisiert.

Ein Problem in Jüchen bleibt der Verkehr. SPD-Fraktionchef Holger Tessmann möchte mit dem Einzelhandelskonzept einen Verkehrsentwicklungsplan kombinieren. Ein Problem sind die Staus auf der Odenkirchener Straße. Dort schlägt die FDP ein Haltverbot vor, das in der nächsten Sitzung des Bauausschusses beraten werden soll.

(NGZ)