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Jüchen: Gemeinde startet Jugend-Politikprojekt

Jüchen : Gemeinde startet Jugend-Politikprojekt

Jüchen hat 10 000 Euro für ein neues Netzprojekt erhalten. Über "ePartizipation" sollen sich Jugendliche an Lokalpolitik beteiligen.

Jugendliche für Politik vor der eigenen Haustür zu interessieren — das soll in der Gemeinde Jüchen ab Ende Mai mit einer neuen Internetplattform "ePartizipation" gelingen. Für das Projekt hat die Gemeinde Jüchen - als eine von sieben Kommunen — 10 000 Euro aus einem Fördertopf des Bundesministeriums für Jugend, der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit sowie der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung erhalten. "Damit erhalten wir die Software gratis, können ein erstes Projekt finanzieren und werden bei der Umsetzung unterstützt", erläuterte Bürgermeister Harald Zillikens bei einer Pressekonferenz.

Wie wichtig die finanzielle Unterstützung für eine Nothaushaltskommune wie Jüchen ist, macht Reinhard Giese vom Kreisjugendamt deutlich: "Ohne Geld hätten wir dieses Projekt nicht starten können." Das Ziel sei, junge Jüchener an politischen Entscheidungsprozessen zu beteiligen: "Sie sollen eigene Ideen entwickeln und auch deren Umsetzung sehen." Nur wenn der Weg von der Idee bis zur Realisierung gelinge, könne Frust vermieden werden. "Außerdem kenne ich es von anderen Projekten, dass diese erst die Kinder der ursprünglichen Ideengeber erleben konnten", sagt Giese mit einem Schmunzeln.

Mit einem Teil der Fördersumme soll ein Projekt in Hochneukirch realisiert werden. "Wir haben Jugendliche der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft und des Jugendtreffs ,Ben' befragt", erläutert Giese. Daraus entstanden sei die Idee, die Fassade des Hallenbads an der Gartenstraße mit Graffiti zu gestalten. Dazu wird der Künstler Steffen Mumm verpflichtet.

Die Jugendlichen dort abholen, wo sie kommunizieren — das ist ein Aspekt, der Bürgermeister Harald Zillikens überzeugt hat. Im Jüchener Gemeinderat wurde bereits seit vielen Jahren über ein Jugendparlament diskutiert; die Ratsmitglieder hatten die Verwaltung beauftragt, dieses Gremium zu implementieren. "Aus anderen Kommunen weiß ich aber, wie schlecht diese Parlamente laufen", sagt Harald Zillikens. Zudem sei der Aufwand für die Verwaltung sehr hoch: "Das würde bereits bei der Einladung zu einer Sitzung scheitern", ist der Bürgermeister überzeugt.

Über die neue Internetplattform konnten junge Jüchener direkt ihre Meinung äußern und Ideen entwickeln. Die künftigen Projekten sollten — so die Vorstellung des Verwaltungschefs — nicht nur um die Freizeit kreisen, sondern könnten auch die Meinungen zu globalen Themen wie Energiewende oder Klimapolitik aufgreifen: "Die Meinung der Jugendlichen wird etwa in unserem Rat zurzeit überhaupt nicht berücksichtigt", meint Zillikens.

Im Rathaus wird sich Thomas Hochstein aus dem Bereich Personal um "Youthpart#lokal" kümmern. Jeder soll sich daran beteiligen können; eine aufwendige Anmeldung mit Benutzernamen sei nicht vorgesehen. Über eine Moderation werde noch nachgedacht.

(NGZ/rl)