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Geisterrennen im Galopp. Katja Gernreich startet in Mülheim/Ruhr

Galopp : Jetzt gibt es auch im Galopp Geisterrennen

Die mit ihren sieben Pferden noch auf dem Neusser Renngelände stehende Trainerin Katja Gernreich startet am Samstag in Mülheim.

Nach dem Umzug von Trainer Axel Kleinkorres auf den Mülheimer Raffelberg stehen noch sieben Rennpferde der Trainerin Katja Gernreich auf dem Neusser Rennbahngelände. Die Perlenketten-Gewinnerin von 1999 hat sich noch nicht entschieden, wohin sie wechseln will und sich anwaltliche Hilfe gesichert, um über den eigentlichen Kündigungstermin des 31. März 2020 bleiben zu können. Wobei sie derzeit vom Corona-Kündigungsschutz profitiert.

Mit dem von Martin Seidl gerittenen sechs Jahre alten Wallach Hellomoto und der sechsjährigen Stute Vertical Rhythm mit Cecilia Müller laufen zwei ihrer Pferde am Samstag ab 12 Uhr bei den im staatlichen Auftrag ausgetragenen „Leistungsprüfungen zur Förderung der Vollblutzucht“ im Rahmen des Tierzuchtgesetzes. Mit diesem auf den ersten Blick merkwürdig scheinenden Begründung  aus der Landwirtschaft haben es die Verantwortlichen des Dachverbandes „Deutscher Galopp“ in Köln geschafft, die Austragung von Galopprennen mehr als eine Woche vor dem Start der populären Fußball-Bundesliga zu erreichen.

Ohne Zuschauer, ohne die Besitzer der Pferde, ohne Wettkassen, ohne Siegerehrungen, aber mit einem ausgefeilten Hygiene-Konzept. Und mit dem Argument des Präsidenten Michael Vesper: „Bei uns gibt es keine Blutgrätschen und wir benötigen kein Mannschaftstraining.“ So ging die Premiere der Geister-Rennen am Donnerstag auf der Neuen Bult in Langenhagen bei Hannover problemlos über die Bühne – sogar mit einem Wettumsatz von 365.603,42 Euro (Hannover-Rekord seit Euro-Einführung) über die unterhaltsam gestalteten Live-Übertragungen im Internet, wo über pferdewettten.de auch die als Leistungsprüfungen deklarierten Rennen am heutigen Samstag gesehen und gewettet werden können. Beide Neusser Pferde gehen eigentlich mit guten Chancen an den Start. Die Trainerin schränkt allerdings ein: „Ich habe erst sehr kurzfristig davon erfahren, dass der Renntag wegen der Absage von München vom Montag auf heute verlegt wurde. Deshalb fehlt mir die letzte, aber wichtige Trainingseinheit.“

Die bedeutendste Rennsport-Zeitung der Welt ist die in London erscheinende Racing Post. In diesem Blatt wurde jetzt eine Leser-Umfrage gestartet, welche Rennbahn ihnen weltweit besonders gut gefallen habe. Für Deutschland wurden nicht etwa Baden-Baden, Hamburg, Köln oder Hoppegarten genannt, sondern Neuss. Die Begründung von Leser Kenny Brown: „Wir lieben kleine Bahnen, wo die Mehrzahl der Besucher sich kennt und von vor Ort kommt. Neuss, besonders am zweiten Weihnachtstag oder an Silvester, hat uns früher am besten gefallen. Die gemütliche und einladende Atmosphäre, wenn man einen Tisch im Restaurant hatte, war herzerwärmend“, so Brown.

Offenbar war er einige Jahre lang nicht mehr am Hessentor, denn Weihnachs-oder Silvester-Renntage waren einmal.