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Türkisch-deutscher Freundeskreis gegründet: Gegenseitige Toleranz soll gefördert werden

Türkisch-deutscher Freundeskreis gegründet : Gegenseitige Toleranz soll gefördert werden

Fünf Friedenskerzen brennen auf dem Tisch in der Mitte des Raums, insgesamt gut 100 Besucher türkischer und deutscher Nationalität unterhalten sich angeregt - hier wird Völkerverständigung gelebt. Das Miteinander der Kulturen und der Abbau von Vorurteilen gehört zu den wichtigsten Zielen des Türkisch-deutschen Freundeskreises, der sich Sonntag in der Peter-Bamm-Halle in Hochneukirch gründete. Organisatorin Serin Alma-Bicer war selbst überrascht von der überragenden Resonanz: "Damit habe ich nicht gerechnet, die Stühle reichten schon zu Beginn nicht mehr aus." In der Peter-Bamm-Halle wurde Sonntag ein Türkisch-deutscher Freundeskreis gegründet. Mit im Vorstand sind Türken und Deutsche aus drei Generationen, die sich gemeinsam für mehr Toleranz einsetzen wollen. NGZ-Foto: M. Reuter

Fünf Friedenskerzen brennen auf dem Tisch in der Mitte des Raums, insgesamt gut 100 Besucher türkischer und deutscher Nationalität unterhalten sich angeregt - hier wird Völkerverständigung gelebt. Das Miteinander der Kulturen und der Abbau von Vorurteilen gehört zu den wichtigsten Zielen des Türkisch-deutschen Freundeskreises, der sich Sonntag in der Peter-Bamm-Halle in Hochneukirch gründete. Organisatorin Serin Alma-Bicer war selbst überrascht von der überragenden Resonanz: "Damit habe ich nicht gerechnet, die Stühle reichten schon zu Beginn nicht mehr aus." In der Peter-Bamm-Halle wurde Sonntag ein Türkisch-deutscher Freundeskreis gegründet. Mit im Vorstand sind Türken und Deutsche aus drei Generationen, die sich gemeinsam für mehr Toleranz einsetzen wollen. NGZ-Foto: M. Reuter

Die 39 Jahre alte Türkin, die in der zweiten Generation in Deutschland lebt, ist Mitglied des Interreligiösen Gesprächskreises. Daraus ging dann die Idee eines Freundeskreises hervor, für dessen Schirmherrschaft Karl-Heinz Ehms, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Jüchen, gewonnen werden konnte. "Heute werden wir unsere Ideen vorstellen, Gründe für den Erfahrungsaustausch nennen und überlegen, wie wir konkret zur Völkerverständigung beitragen können", begrüßte Alma-Bicer die zahlreichen Besucher. Sie selbst sprach meist türkisch, aber ihr Neffe übersetzte die Diskussion für die deutschen Gäste.

Seit gut 35 Jahren leben Türken in der Gemeinde Jüchen und - wie Karl-Heinz Ehms, der persönlich nicht anwesend sein konnte -, in einem Brief mitteilte: "Sie kamen als Gastarbeiter und sind als Mitbürger geblieben." Trotz mehrerer Jahrzehnte, die Deutsche und Türken nun oftmals "Tür an Tür" verbracht hätten, wüssten viele noch nicht viel voneinander. "Wir möchten Alte und Junge zusammenbringen, damit sowohl heute als auch zukünftig ein friedliches Zusammenleben gefördert werden kann", wünschte sich Serin Alma-Bicer und hatte damit die Zustimmung der Anwesenden auf ihrer Seite. "Dieser Freundeskreis soll ein Treffpunkt werden, wir wollen gegenseitige Toleranz und einen regen Kulturaustausch bewirken."

Konkret wurde angeregt, etwa gemeinsame Feste zu feiern. Die beiden größten religiösen Feste des Islams sind das Zucker- und das Opferfest, außerdem wird am 23. April ein Kinderfest gefeiert. "Diese Feste und damit auch unsere Bräuche könnten wir unseren deutschen Nachbarn näher bringen", so Alma-Bicer. Denn: "Unsere deutschen Nachbarn sollen wissen, dass wir uns integrieren wollen." Viele Türken hätten eigene Häuser in Hochneukirch. "Das zeigt doch, dass sie bleiben und sich integrieren wollen."

Problematisch sieht sie die Tatsache, dass es gerade die erste Generation oft zurück in die Türkei zieht: "Wir müssen uns etwas ausdenken, damit uns diese Generation nicht verloren geht." Wichtig ist dem Freundeskreis, das gegenseitige Verständnis für die jeweils andere Religion zu fördern. "Gerade Religion wird heute oft so interpretiert, wie sie gerade passend ist", bemängelt Alma-Bicer: "Aber Religion darf nicht als Vorwand oder Rechtfertigung verwendet werden."

Mit Blick in die Zukunft wurde bereits angeregt, im nächsten Jahr eventuell ein Frühlingsfest zu feiern, aber auch christliche Feiertage wie Ostern oder Weihnachten könnten zusammen begangen werden, um das gegenseitige Verständnis zu fördern. Zunächst soll der Freundeskreis auf Hochneukirch beschränkt bleiben, eventuell später jedoch ausgeweitet werden. lina

(NGZ)