Gegen den Mitabsteiger sehen sich die Vikings als Außenseiter

Gegen den Mitabsteiger sehen sich die Vikings als Außenseiter

Drittliga-Tabellenführer Wilhelmshavener HV kommt am Samstag

Sie sind zusammen aus der Zweiten Bundesliga abgestiegen, doch seither gingen die Wege der beiden Vereine weit auseinander: Am Samstagabend (19:30 Uhr) empfangen die Handballer der Rhein Vikings den Wilhelmshavener HV in der Neusser Hammfeldhalle. Während sich die Vikings nach dem Neuanfang in der 3. Liga Nord-West mittlerweile eingelebt haben und im sicheren Mittelfeld der Tabelle stehen, ziehen die Gäste aus Norddeutschland an der Tabellenspitze einsam ihre Kreise.

Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten Hagen – der am 6. Dezember im Hammfeld zu Gast sein wird – beträgt aktuell vier Punkte. In zwölf Spielen sammelte der WHV zehn Siege und ein Unentschieden. Die einzige Niederlage setzte es Anfang Oktober mit dem 26:27 beim TuS Volmetal. „Da haben sie den Gegner nicht richtig ernst genommen, das passiert ihnen nicht noch einmal“, ahnt der Vikings-Coach Jörg Bohrmann, dass eine ähnliche Überraschung eher schwierig zu wiederholen sein dürfte.

Den Gegner stuft er nach dem Abstieg noch stärker ein als im Vorjahr. Mit Primoz Prost konnte ein slowenischer Nationalspieler vom Bundesligisten Frisch Auf Göppingen für das Tor verpflichtet werden. „Sie haben mit Abstand den besten Keeper der Liga“, sagt Bohrmann und fordert: „Wir müssen entsprechend konzentriert vor dem Tor sein.“

Die Vielzahl an Fehlwürfen aus dem Minden-Spiel darf sich nicht wiederholen, sonst besteht die Gefahr, dass die Vikings komplett unter die Räder geraten. „Wir brauchen mehr Disziplin“, fordert der Coach entsprechend von seinen Schützlingen. Der Gegner könnte, meint Bohrmann, auch ohne Probleme im oberen Drittel der Zweiten Liga mitspielen.

Der Trainer setzt derweil auf die Zuschauer als achten Mann in der Hammfeldhalle: „Ich hoffe auf viele Fans, die dann auch noch mal zehn Prozent mehr aus uns herauslocken.“ Diese Unterstützung wird auch dringend notwendig sein, denn die Vikings haben einige Ausfälle zu beklagen. Christoph Schlichting muss wegen einer Ellbogenverletzung etwa zwei bis drei Wochen pausieren. Paul Skorupa zog sich während der Woche im Training einen Cut unter dem Auge zu und fällt ebenfalls aus. „Damit fehlt der komplette Innenblock“, unterstreicht Bohrmann die schwierige Voraussetzung für das Spiel. Bei Felix Handschke wird zudem die Zeit knapp, nachdem er die ganze Woche krankheitsbedingt nicht trainieren konnte. Mathias Broy ist hingegen im Tor wieder dabei, wenn auch noch nicht komplett fit.

Gedanken an eine Wiederholung des 35:34-Coups aus der vergangenen Saison am zweiten Weihnachtstag im Düsseldorfer Castello gegen den WHV verschwendet Bohrmann nicht: „Kein Gegner ist unverwundbar, aber es wird ein sehr schweres Spiel für uns.“ Realistisch betrachtet kann es für die Vikings nur um einen leidenschaftlichen Auftritt gehen, der die Zuschauer auf den Rängen abholt. Die Punkte indes dürfte der Tabellenführer höchstwahrscheinlich mit zurück an den Jadebusen nehmen.