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Korschenbroich: Geburtstagsfest in St. Dionysius

Korschenbroich : Geburtstagsfest in St. Dionysius

Die katholische Gemeinde St. Dionysius Kleinenbroich feierte jetzt den 140. Geburtstag der Pfarrkirche an der Hochstraße. Zur Hauptattraktion wurden die vom Kirchenbauverein angebotenen Führungen durch das Gotteshaus.

Auch wer mehr oder weniger regelmäßig die sonntägliche Messe in St. Dionysius besucht, muss deswegen noch kein ausgewiesener Kenner der Kirche sein. Und so konnten am Samstag viele Kleinenbroicher bei der großen Geburtstagsfeier zum 140. des Gotteshauses noch manch Neues erfahren. Ungewohnte Einblicke jedenfalls boten die sich großer Resonanz erfreuenden Kirchenführungen mit Thomas Goldmann und Franz-Josef Künkel vom Kirchenbauverein den Besuchern: Hubert Mostert etwa war beeindruckt von "dem massiven Holzgestell, an dem der neue Glockenstuhl befestigt ist. Es ist wirklich eine Wucht."

Messbuch vom Trödelmarkt

Matthias Schellen fand die Geschichte vom "wiedergefundenen Messbuch" besonders interessant: Das hatte eine ältere Kleinenbroicherin auf einem Trödelmarkt in Anrath-Vorst entdeckt. Sie informierte sofort Thomas Goldmann, der es vor fünf Jahren "zurückkaufte" , so dass es heute wieder seinen Platz unter den "Schätzen" von St. Dionysius einnehmen kann.

Da die Kirche selbst noch vergleichsweise jung ist, stammen die kleinen und großen Schätze ebenfalls zum allergrößten Teil aus dem 19. Jahrhundert. Was auch für die Kanzel gilt, die wahrscheinlich im Zuge der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils 1970 aus der Kirche entfernt und dort erst 1989 wieder installiert wurde. Auch wenn sie für Predigten so gut wie nicht mehr genutzt wird, eine Zierde des Gotteshauses bleibt die Kanzel allemal.

Dies gilt natürlich gleichermaßen für die holzgeschnitzten Figuren der Schutzheiligen: Neben dem Pfarrpatron selbst zeigen sie den heiligen Sebastian und den heiligen Matthias, denen sich bekanntlich die gleichfalls bei der "Geburtstagsfeier" mithelfenden Schützen und die Trier-Pilger besonders verbunden wissen. "Es hat etwas schleppend begonnen, aber jetzt läuft es richtig gut", zeigte sich Franz-Josef Künkel zufrieden. Zwei Stunden nach Festbeginn setzte der erhoffte Besucherstrom so richtig ein. Angesichts von sieben jeweils halbstündigen Kirchenführungen mit bis zu 20 Teilnehmern hatten weder er noch Thomas Goldmann über Mangel an Beschäftigung zu klagen. Auch bei den 107 Stufen, die zum Turm hinauf führten, "hat keiner schlappgemacht". Dies war Goldmann besonders wichtig.

Den historischen Part hatten Helmut Antons und Rolf Schmier vom Heimatverein Kleinenbroich übernommen: "Die ersten Fotos der Pfarrkirche stammen aus den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts", verweist Helmut Antons auf einige besonders wertvolle Zeitzeugnisse, die alteingesessene Kleinenbroicher "ihrem" Heimatverein zur Verfügung gestellt haben.

Lückenlos ist die Sammlung indes nicht. Was gleichermaßen auch für die Geschichtsschreibung der Gemeinde gilt, wo noch manche Lücke darauf wartet, von passionierten Lokalhistorikern geschlossen zu werden.

(NGZ)