Galopp : Grand-Prix-Pferd Devastar gibt sein Debüt auf Sand

Championtrainer Markus Klug lässt den zweifachen Europa-Gruppe-Sieger am Dienstag in Neuss im letzten Rennen laufen.

Wenn ein schwächelnder Partner mit einem vermeintlich bärenstarken Partner einen Vertrag schließt, dann sind die Voraussetzungen geklärt: Der starke Partner hat das Sagen, der Unterlegene  hat sich zu fügen. So war das drei Jahre lang der Fall, nachdem der seit Jahren darbende deutsche Galopprennsport am 27.August 2015 in Karlsruhe eine Mehrheitsvereinbarung mit dem französischen Wettkonzern Pari Mutuel Urbain (PMU) abgeschlossen hatte. PMU war in Europa die Nummer eins, weltweit die Nummer zwei.

Seitdem bestimmen die Franzosen, wann und wie die deutschen Rennen nach Frankreich übertragen werden. Für den Neusser Rennverein bedeutete das: Renntage meist an ungemütlichen Dienstagen im Herbst und Winter unter weitgehendem Ausschluss größerer Öffentlichkeit, aber durch die Live-Übertragungen mit der Sicherheit der Grundfinanzierung über die Provisionen (drei Prozent) der in Frankreich erzielten Wettumsätze, die sich stets im siebenstelligen Bereich bewegten. Nun haben sich seit der Vertragsunterzeichnung (auch mit Jan Antony Vogel aus Neuss als Chefmanager des Dachverbandes in Köln) wesentliche Fakten verändert: Den verwöhnten Franzosen geht es längst nicht mehr so glänzend  wie einst. Es wird gespart, mit Terminen für die ausländischen Partner gegeizt, das strahlende Millionen-Unternehmen PMU steht in der Kritik. Bislang sind über den März 2019 hinaus noch keine Termine bekannt, die Gerüchteküche brodelt, zumal die Informationspolitik eher nebelhaft ist.

Für Neuss und Dortmund ist die Planung bis Ende März geklärt. Vom Auftakt am 6. Januar bis zum 10. März sind am Hessentor fünf Sonntag-Termine festgezurrt worden. Es wird zwar bereits um 11 Uhr losgehen, aber diese Lösung ist eindeutig erträglicher als jeder Dienstagabend. Zum vorletzten Mal geschieht das am morgigen Dienstag ab 17 Uhr mit gut besetzten neun Prüfungen bis 21.08 Uhr.

Wobei die sportlichen Höhepunkte als vorletztes und letztes Rennen gestartet werden. Auch bei der endgültigen Starterangabe blieb es im Zweijährigen-Rennen bei sieben Startern, davon fünf aus dem Stall von Championtrainer Markus Klug (NGZ berichtete). Im Finale mit dem Titel „Auf ein Neuss am 11.Dezember“ wird Klug wie geplant den sechsjährigen Hengst Devastar mit Maxim Pecheur satteln. Es ist das Sandbahn-Debut des zweifachen Europa-Gruppe-Siegers. In der Vergangenheit hat es allerdings schon etliche, vermeintliche „Elfmeter ohne Torwart“ gegeben, die nicht verwandelt wurden.

Auf der Grasbahn kann der Siebenjährige Kitaneso aus dem Stall von Trainer Marco Klein aus Mannheim dem Grand-Prix-Pferd Devastar das Wasser nicht reichen, aber Kitaneso ist ein routinierter Sandbahn-Experte und in Form ist der Routinier auch. Nach Grasbahnleistungen wäre Fulminato mit Alexander Pietsch aus dem Stall von Andreas Suborics der Gegner für Devastar. Das Warten bis zum letzten Rennen dürfte in Anbetracht der verlockenden kulinarischen Köstlichkeiten durch die  Streetfood-Trucks mit den virtuosen Angeboten kein Problem werden. Eintritt und Parken ist kostenlos.

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