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Galopp: Galopprennbahn für Wintersaison gerüstet

Galopp : Galopprennbahn für Wintersaison gerüstet

Wenn am 27. November mit dem Sparkassen-Renntag in Neuss die Wintersaison des deutschen Galopprennsports beginnt, dann muss sich der Neusser Reiter-und Rennverein zumindest nicht um volle Starterfelder für einen ordentlichen Wettumsatz sorgen.

Denn am kommenden Wochenende finden in Deutschland keine Rennen statt, die Trainer und Besitzer lechzen nach Startmöglichkeiten. Spannung verspricht zudem der Championatskampf der Jockeys. Filip Minarik und Alexander Pietsch führen mit je 71 Siegen vor Titelverteidiger Eduardo Pedroza (70). Deshalb wird der Neusser Silvester-Renntag zu einem bundesweit beachteten Turf-Krimi.

Für den Rennverein in Neuss ändert sich auch in der kommenden Saison in einem Fall nichts: Das finanzielle Risiko tragen die Wirtschaftsdienste des Dachverbandes in Köln durch zahlreiche Einnahmen aus vielen, der Öffentlichkeit allerdings kaum erklärbaren Quellen. Rennvereinspräsident Jan Vogel, zugleich auch der Vorsitzende des Zusammenschlusses aller deutschen Rennvereine: "Jeder normale Renntag wird mit rund 25.000 Euro bezuschusst. Die Durchführung der Winterrennen ist im Interesse vieler Beteiligter des Rennsports."

Gefahr für den gesamten Galopprennsport droht aktuell durch zahlreiche rennsportfeindliche Passagen im Entwurf des neuen Glücksspiel-Staatsvertrages, den die Ministerpräsidenten am 15.Dezember verhandeln. Vogel räumte ein: "Wenn es nicht gelingt, diese Details anders zu gestalten, sieht es finster aus. Aber wir sind optimistisch, dass es gelingt." Zuständig für die überlebebenswichtigen Verhandlungen sind Präsident Albrecht Woeste und Geschäftsführer Andreas Tiedtke.

Auf der Neusser Bahn erwartet die Besucher ein neuer Gastronom, die Außenbewirtung erfolgt in einem Zelt mit Markt-Charakter und auch die Wetthalle soll gastronomisch aufgewertet werden. Mit viel Mühe wurde die Grasbahn mittlerweile in einen vorzeigbaren Zustand gebracht, der Feinschliff fehlt noch an den Übergängen. Weil der Dachverband die Forderung nach neuen Rails stellte und dafür ebenso das Geld fehlt wie für ein neues Sandgeläuf, wird es in der ersten Jahreshälfte jedoch keine Grasbahnrennen geben.

Die Vorstands-Allzweckwaffe Peter Ritters hat die Rennbahn-Prüfungskommission des Dachverbandes bei der Abnahme begleitet. Der Rennbahn-TÜV gab grünes Licht und so können die Besitzer wieder ihrer Leidenschaft frönen. Auch wenn es sich um Rennpreise am unteren Ende des Möglichen handelt. Vorstandsmitglied Reinhard Ording: "Es werden trotzdem Spitzentrainer kommen und Wolfgang Figge reist sogar aus München an, weil er in Neuss seine Pferde für die Rennen in St. Moritz vorbereitet." Zum Programm der insgesamt acht Renntage gehören erneut die Rennen um die begehrte Wetten-Sieberts-Perlenkette.

(NGZ)