Galopp Neusser Sieg mit American Fly in Düsseldorf

Neuss · Jockey-Routinier Jozef Bojko beschert Besitzerin und Züchterin Erika Ulbricht aus Neuss den zweiten Sieg in der Karriere des Pferdes.

 Froh: (v.l.) Erika Ulbricht, American Fly, Pfleger, Jozef Bojko, Axel Kleinkorres und Dieter Ulbricht.

Froh: (v.l.) Erika Ulbricht, American Fly, Pfleger, Jozef Bojko, Axel Kleinkorres und Dieter Ulbricht.

Foto: Klaus-Joerg Tuchel

Es gibt für Jockeys im Sattel edler Vollblutpferde unterschiedliche Methoden, erfolgreich zu sein. Eine davon ist die Taktik des Start-Ziel-Versuchs. In der Praxis sieht das so aus: Sofort nach dem Öffnen der Boxentüren mit dem Pferd an die Spitze des Feldes streben und diese Führung bis ins Ziel nicht mehr abgeben. So etwas funktioniert vor allem, wenn man ein überlegenes Pferd unter dem Sattel hat.

Der 51 Jahre alte  Jockey-Routinier Jozef Bojko wählte diese Taktik am Sonntag in Düsseldorf mit dem vierjährigen Hengst American Fly und bescherte dessen Besitzerin und Züchterin Erika Ulbricht aus Neuss den zweiten Sieg in der Karriere des Pferdes – und nach dem letzten Volltreffer am 19. September 2021 in Dortmund endlich wieder das alternativlose Gefühl eines Sieges. Der aus der Slowakei stammende Reiter, der seit 1992 in Deutschland zu Hause ist, kommentierte seinen 1423. Karriere-Sieg noch auf dem Geläuf: „Ich brauchte überhaupt nicht viel zu machen. Das Pferd hat alles  allein erlegt.“  Er sprach immerhin nicht vom Fliegen.    Bleibt der Hengst gesund, sollten schon noch  weitere Erfolge möglich sein. Die Taktik von Bojko entsprach auch der These des großen Trainers Heinz Jentzsch. Die vor zehn Jahren verstorbene Trainer-Legende mit über 4000 Siegen hat immer wieder betont: „Vorne kann man auch  nicht behindert werden.“

Strahlende Gesichter gab es natürlich bei Erika und Didi Ulbricht und ihrem Trainer Axel Kleinkorres, der vor zwei Jahren nach 15 Jahren zwangsweise das Stallgelände in Neuss verlassen musste und sich auf dem Raffelberg in Mülheim an der Ruhr niederließ. Die dortige, oft beschriebene  Harmonie des Ü75-Vorstandsteams ist im Übrigen längst zerbrochen und es geht nach einer hitzigen Mitgliederversammlung mit dem Berliner Unternehmer Werner Krüger (78) an der Spitze eher unsicher in die Zukunft. Früher standen die Krüger-Pferde bei Axel Kleinkorres in Neuss. 

Für den ehemaligen Dreispringer und Trabrennfahrer war es ein freudvolles  Wochenende: der Sieg auf dem grünen Rasen von Düsseldorf und sein Herzens-Verein Werder Bremen auf einem direkten Aufstiegsplatz in der 2. Bundesliga. Für Erika und Ehemann Didi Ulbricht bleibt schließlich genügend Spielraum zum Träumen für weitere Erfolge ihrer Pferde. Zudem wurde die Stallkasse durch den Sieg in Düsseldorf mit rund 4000 Euro aufgefüllt.

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