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Galopp: Galopp: Neusser Renntag stand auf der Kippe

Galopp : Galopp: Neusser Renntag stand auf der Kippe

Sechs Wochen lang haben auf der Neusser Galopprennbahn keine Rennen mehr stattgefunden. Seit dem 15. Januar sind alle Veranstaltungen in Dortmund abgewickelt worden. In Neuss fiel der für den 12. Februar vorgesehene Renntag aus. Der Dachverband in Köln als der finanzielle Risikoträger der Winter-Rennen entschied sich für Dortmund, da die unvermeidlichen nächtlichen Treckerfahrten auf dem Geläuf am Hessentor während der starken Kälte noch mehr Kosten verursacht hätten als ohnehin schon entstehen.

Am Sonntag ab 14.30 Uhr ist Neuss aber wieder an der Reihe. Allerdings "wackelte" auch diese Veranstaltung bis zum letzten Moment. Am Mittwoch waren ganze vier Rennen ausreichend besetzt. Der Dachverband startete einen Verzweiflungsaufruf, um zumindest (wie schon am vergangenen Sonntag in Dortmund) sechs Rennen zustande zu bekommen. Rüdiger Schmanns, der Chef der Renntechnik in Köln: "Es kamen dann noch einige Trainer um die Ecke. Wir haben stundenlang telefoniert, denn absagen wollten wir nicht, da es auch einen Vertrag für eine Live-Übertragung nach England gibt."

Die Probleme mit der Besetzung haben nichts mit einer Abneigung gegenüber der Neusser Bahn zu tun. Schmanns: "Die ganz großen Ställe beginnen ohnehin erst später. In vielen kleinen Quartieren sind die Pferde nicht im Rennstall, sondern auf der Koppel und von den vorhandenen Pferden sind sehr viele in den letzten Wochen an jedem Sonntag gelaufen. Sie können einfach nicht mehr und brauchen eine Woche Pause."

Erstaunlich und erfreulich ist hingegen die Qualität des reitenden Personals. Die Herren Spitzenjockeys haben ihren Winterurlaub beendet und so treten in Gestalt von Filip Minarik, Alexander Pietsch, Eduardo Pedroza und Jozef Bojko absolute Hochkaräter der hierzulande tätigen Sattelkünstler an.

In allen sechs Rennen sind aber zwei junge Sportler im Einsatz. Mit acht Erfolgen führt der 21-jährige Maxim Pecheur die Hitliste 2012 an, ihm folgt mit sieben Siegen die 17-jährige Cecilia Müller, Auszubildende bei Axel Kleinkorres in Neuss.

Für die Wetter lockt eine reizvolle Wettchance des Tages. Im letzten Rennen werden in der Viererwette immerhin 15 000 Euro als Garantie angeboten. Allein diese Tatsache sollte den Gesamtumsatz trotz der nur sechs Rennen auf über 100 000 Euro bringen. Am letzten Dortmunder Renn-Sonntag gelang das nicht. Die Neusser Ehre steht auf dem Spiel.

(NGZ)