Galopp: Mehr als 1000 Besucher beim Saisonauftakt in Neuss.

Galopp : Stute aus Wien siegt in Neuss

Mehr als 1000 Besucher beim Streetfood-Markt. Timo Horn, Torhüter des Fußball-Zweitligisten 1. FC Köln, bei der Siegerehrung.

Alle Erwartungen wurden übertroffen. Weit mehr als die angestrebten 1000 Besucher fanden am Dienstagabend den Weg zur Rennbahn am Neusser Hessentor. Der Sreetfood-Markt mit den zehn Trucks aus der Region war sehr gut besucht. Die erste Bilanz von Rennvereins-Präsident Jan Antony Vogel: „Das war ein wichtiger Schritt in die Zukunft der Bahn.“    

900 Kilometer waren sie unterwegs von der traditionsreichen Rennbahn in der Wiener Freudenau bis zur Allwetterbahn am Neusser Hessentor. Elf Stunden dauerte die Hinfahrt, am Dienstagmorgen um 5 Uhr erreichte das Team mit der vierjährigen Stute Do It in Rio den Stall an der Stresemannstraße. Am Abend um 18.34 Uhr trat das Pferd mit dem aus Kasachstan stammenden Jockey mit dem schier unaussprechlichen Jockeynamen  Bauyrzhan Murzabeyv im vierten Rennen um den Preis der Rennbahnbesucher an. Reisestrapazen waren nicht erkennbar, denn das Pferd aus Wien gewann mit drei Längen Vorsprung das Rennen mit der Viererwette. Sie wurde fünf Mal getroffen, die Auszahlung betrug jeweils steuerfreie 2000 Euro. Trainer-Assistent Markus Geisler war mit dem Pferd im Hänger nach Neuss gefahren. „Wir sind schon hier angetreten, um zu gewinnen. Der Jockey hat das aber auch sehr gut gemacht.“

Das war der aus dem früheren Alma Ata (wo früher die Rekordzeiten auf der Eisschnelllaufbahn erzielt wurden) stammende Reiter mit dem Zungenbrecher-Namen. Der ist zwar schon dreifacher Champion der Tschechei, hierzulande ging es aber erst in dieser Saison im Steilflug nach oben. Die deutsche Sprache ist noch nicht sein Ding, aber er hat bereits in fünf Ländern geritten und das mit der Sprache wird sich noch verändern. Trainer Andreas Wöhler hat das Talent des 26-Jährigen schnell erkannt und ihn an seinen Stall in Gütersloh gebunden.

Der Ritt auf der Stute aus Wien war sein einziger Auftritt in Neuss. Markus Geisler flachste: „Gibt es hier Bargeld für den Sieg? Wir müssen schließlich noch tanken.“ Die 3250 Euro werden überwiesen, aber mit dem Sieg im Gepäck  ging es eine gute Stunde nach dem Sieg fröhlich zurück nach Wien. Dort fand im Vorjahr nach langer Zeit wieder ein Renntag statt, eine geplante Veranstaltung 2018 war leider nicht zu realisieren. Neben den 25 Pferden von Tamara Hofer (der Trainerin von Do it in Rio) stehen auf der Bahn in der Nähe des Praters die Fiaker-Pferde in ihren Ruhepausen. Geisler versprach:  „Wir kommen wieder nach Neuss.“

Die aus Wien angereiste Stue Do It in Rio (Dritte von links) gewann am Dienstag in Neuss. Blick auf den gut besuchten Streetfood-Markt auf der Neusser Rennbahn. Foto: Klaus-Joerg Tuchel

Zum Auftakt  gab es zwei Siege des talentierten Niederländers Gijs Snijders mit dem Favoriten  Charlies Dreamer und im zweiten Rennen mit Pass Mark aus dem Stall von Henk Grewe, gemeinsam mit Markus Klug der Trainer-Aufsteiger der letzten Jahre in Deutschland. In die Niederlande ging der Sieg im dritten Rennen durch den Mitfavoriten All Dynamite, den der Belgier Stephen Hellyn zum Sieg ritt. Der Wallach Jamie’s Venture musste wegen einer Verletzung abgemeldet werden. Championjockey Andrasch Starke bewies seine große Klasse, als er im fünften Rennen mit dem Favoriten Epako in aller Ruhe den scheinbar enteilten Niederländer Knightsbridge Liam noch mit einem Hals auf den zweiten Platz verwies. Zur Siegerehrung erschien überraschend Timo Horn, Torwart des 1. FC Köln und seit geraumer Zeit mit dem Rennsport-Bazillus infiziert: „Ich bin direkt vom Training gekommen.“

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