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Fußballverband Niederrhein besetzt Spielklassen für die Saison 2020/21

Fußball : Kreisliga B spielt mit mehr als 40 Teams

Verbandsfußballausschuss am Niederrhein besetzt Spielklassen für Saison 2020/21. Die soll am 5./6. September starten.

Auf dem außerordentlichen Verbandstag am Mittwoch hatten die Vereine des Fußballverbandes Niederrhein Fakten geschaffen. Darauf hat sich auch der Verbandsfußballausschuss unter Vorsitz von Wolfgang Jades ans Werk gemacht und die Teams von der Oberliga bis zur Kreisliga B den einzelnen Spielklassen zugeteilt.

So ganz steht die Planung für die Saison 2020/21 freilich noch nicht. Die Vereine haben nun nämlich zehn Tage Zeit, sich zu äußern und gegebenenfalls Einspruch zu erheben. Dann erst kann der FVN die Gruppeneinteilungen vornehmen. Als Starttermin der Punktspielrunde gilt der 5./6. September. „Doch alles hängt natürlich immer davon ab, was das Coronavirus macht“, schränkt Reinhold Dohmen, Mitglied der Kommission Spielbetrieb im FVN, ein. Abgesehen davon sieht der Kaarster den Fußballkreis 5 Grevenbroich/Neuss gerüstet: „Wir haben unseren Aufstiegsplan – und dabei sind wir geblieben.“ Die Kreisliga A gibt in der DJK Novesia und im BV Wevelinghoven zwei Klubs an die Bezirksliga ab, bekommt aber neben der SG Kaarst, die sich aus der Bezirksliga zurückgezogen hatte, vier Aufsteiger aus der Kreisliga B hinzu. Macht 19 Mannschaften. Daraus ergibt sich folgendes Szenario: „Können wir rechtzeitig anfangen, werden wir nach einem 19er-Spieplan spielen, zu Beginn, so lange es noch länger hell ist, mit vier englischen Wochen“, sagt Dohmen: „Die Winterpause ist kurz – oder sehr lange. Das hängt ganz vom Covid-19-Geschehen  ab.“ Die SG Kaarst hätte im Übrigen ihren Neunanfang als sogenannter Härtefall auch in der Bezirksliga starten können, denn grundsätzlich sollte es nach der am Mittwochabend endlich abgebrochenen Saison 2019/20 ja keine Absteiger geben. Dohmen: „Ich habe die Vereinsführung auf diese Möglichkeit hingewiesen, doch hat sich daraufhin niemand beim Präsidium gemeldet. Schade drum!“

Vor einer ganz und gar ungewöhnlichen Saison steht die Kreisliga B: Während vier Klubs in die höchste Kreisklasse aufrücken, dürfen aus den beiden jeweils mit zehn Teams bestückten Aufstiegsrunden der Liga C alle Teilnehmer hoch. Die Zweitvertretungen des SV Bedburdyck/Gierath, SV Rheinwacht Stürzelberg und der SG Gustorf/Gindorf haben zwar inzwischen verzichtet, bleiben aktuell aber immer noch 17 Aufsteiger übrig. Damit muss die B-Liga ab September insgesamt 43 Mannschaften ein sportliches Zuhause bieten. Klar ist darum, dass die Entscheidung über Auf- und Abstieg in drei Gruppen fällt. Bis 2021 soll das Feld so ausgedünnt werden, dass zwei Gruppen zu je 18 Mannschaften möglich sind, im Jahr darauf erfolgt eine weitere Reduzierung auf insgesamt 16 Teams.

Noch unbeantwortet ist aus der Saison 2019/20 die Frage des Pokalsiegers. Kreisvorsitzender Dirk Gärtner würde das Finale zwischen der ursprünglich als Gastgeber vorgesehenen Holzheimer SG und Titelverteidiger SC Kapellen gerne sehen, gibt aber eines zu bedenken: „Wir erwarten mehr als 1000 Zuschauer. So viele dürften wir nach aktuellem Stand aber nicht auf die Anlage lassen. Da müssen noch Gespräche mit allen Beteiligten geführt werden.“ Offen ist zudem, wer den Kreis 5 neben den beiden Finalisten im Niederrheinpokal vertritt. Um dieses Recht müssten die im Halbfinale gescheiterten Bezirksligisten VfL Jüchen/Garzweiler und SV Uedesheim im direkten Duell spielen. Denkbar wäre allerdings auch, in beiden Fällen das Los entscheiden zu lassen. Gärtner: „Wir haben da keinen Druck. Wenn es terminlich knapp wird, hat immer die Meisterschaft Vorrang.“

Im Zusammenhang mit dem ins Auge gefassten Saisonstart am ersten September-Wochenende hat Gärtner noch ein Problem. Er fragt: „Was ist im Vorfeld mit Test- und Freundschaftsspielen? Die sind möglich, aber sind sie auch wünschenswert?“ Auf der Fahrt zu einem beruflichen Termin in Bielefeld stimmte sich der erfahrene Fußball-Funktionär darum am Freitagnachmittag mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke ab und stellte danach die gemeinsame Position vor: „Trotz aller Liebe zum Sport, wir würden es begrüßen, wenn es im August keine Testspiele geben würde.“ In jedem Fall zu klären sei, ob diese Partien dann vom Fußballkreis überhaupt mit Referees auszustatten wären. „Will ich unsere Schiedsrichter tatsächlich diesem Risiko aussetzen, in einer Zeit, wo ich schon ein relativ großes Aggressionspotential in der Bevölkerung feststelle?“ Die Entscheidung will er deshalb auf jeden Fall dem Kreisschiedsrichterausschuss um den Vorsitzenden Yunis Duran überlassen. „Vielleicht passiert ja auch gar nichts, weil alle einfach nur glücklich sind, dass endlich wieder Fußball gespielt werden kann.“