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Fußballkreis 5 Grevenbroich/Neuss ehrt seine besten Nachwuchskicker

Jugendfußball : „Wir erleben zurzeit eine Kulturveränderung in den Vereinen“

DFB-Vizepräsident Frymuth, Bürgermeister Breuer, Landrat Petrauschke und der Kreisvorsitzende diskutieren über die Zukunft der Fußball-Vereine.

Vergangenen Sonntag lud der Fußballkreis Neuss/Grevenbroich die Meister der Jugendklassen E- bis C-Jugend und die Juniorinnen zur Kreisbestenehrung ein. Neben Vertretern der Vereine hatten auch einige prominente Ehrengäste den Weg in den alten Ratssaal im Neusser Rathaus gefunden.

Der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und DFB-Vizepräsident Peter Frymuth waren nicht nur unter den Besuchern, sondern standen auch gemeinsam mit dem Fußball-Kreisvorsitzenden Dirk Gärtner für eine Talk-Runde bereit. Thema war vor allem die Lage und die Zukunft des Jugend- und Amateurfußballs in Neuss. Mit großen Talenten und Spitzenvereinen kann sich der Kreis nicht rühmen – und das wird sich nach der Prognose des Kreisvorsitzenden Gärtner in den nächsten Jahren wohl auch nicht ändern. Das Problem ist aktuell aber auch ein ganz anderes: „Wir erleben eine Kulturveränderung in den Vereinen. Die Gemeinschaft geht verloren und das Vereinsleben lässt nach“, erklärt Gärtner. Frymuth stimmte seinem Funktionärskollegen zu und sieht in der Problemlage zwei Säulen: „Es fehlen uns zum einen mehr Kümmerer und zum anderen fehlt bei manchen Vereinen einfach noch die Infrastruktur.“ Für die Infrastruktur ist in erster Linie die Politik zuständig. Da versprach Breuer schon zu Beginn: „Wir werden die Infrastruktur in Schuss halten.“ Und Petrauschke sagte: „Es ist wichtig, dass wir den Kindern eine Möglichkeit geben, ihren Sport auszuüben. Im Verein lernen sie das Zusammenspiel und den Umgang miteinander.“

Das Problem der fehlenden Ehrenamtler ist dann schon eher Aufgabe der Fußball-Verbände. Eine individuelle Förderung ist dem DFB nicht möglich, da er nach einem föderalen System arbeitet und nur so alle oder keinen fördern kann. Durch Gedankenaustausch will Frymuth die „Basis unterstützen“ und das „junge Ehrenamt fördern“. Das beste Beispiel, wie es funktionieren kann, zeigte Lissa Beitler: Sie moderierte die Veranstaltung gemeinsam mit Gürkan Bora vom Ausschuss für Mädchenfußball und wird in Zukunft für den Fußballverband tätig sein. Beitler soll an Projekte mitarbeiten und in die Aufgaben des Jugendausschusses eingebunden werden. „Zurück zu den Wurzeln“ heißt das neue Projekt des DFB, der damit versucht, den Vereinen unter die Arme zu greifen und neue Lösungswege aufzuzeigen. In einem fast zehnminütigen kreativ gestalteten Video erklärt ARD-Kommentator Tom Bartels den Vereinen, wie sie den Weg zurück zu einer guten Vereinskultur finden. Besonders herausgestellt wird hier, dass die Mitglieder die Basis sind und ein gutes Zusammenleben die Grundlage für einen starken Verein sind. Gärtners Aussage geht damit einher: „Fußball ist Sozialarbeit.“

Die fehlenden großen Talente aus dem Rhein-Kreis, die bei den umliegenden Vereinen wie Borussia Mönchengladbach, dem 1. FC Köln, Bayer Leverkusen oder Fortuna Düsseldorf spielen, sind für Gärtner kein Problem. „Die Chancen, Profi zu werden sind im Promillebereich. Im Vordergrund sollten immer Schule und Beruf stehen.“