Fußball : Fußball-WM als Mutmacher

Obwohl für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft nach der 0:1-Niederlage gegen Japan schon im Viertelfinale Schluss war, verbuchen die Vereine im Rhein-Kreis das Turnier im eigenen Land als Erfolg. Das Interesse wächst.

Für die Fußballnationalmannschaft der Frauen ist der große Traum vom WM-Gewinn im eigenen Land schon viel zu früh geplatzt. Doch so wenig zufriedenstellend die Weltmeisterschaft für die DFB-Elf gewesen ist, so sehr freuen sich die Vereine im Rhein-Kreis Neuss über die positiven Auswirkungen des Großereignisses.

Allgemein ist nämlich nicht nur die Popularität, sondern auch das Ansehen des Frauensports gestiegen. Das jedenfalls meint Peter Compes, Trainer des Verbandsligisten SV Hemmerden: "Fest steht: Das Interesse ist gewachsen. Man sieht an den Besucherzahlen in den Stadien, dass der Frauenfußball mit der WM einen großen Erfolg verbucht hat. Ob sich das auch im Nachwuchs zeigen wird, muss man abwarten." Davon ist Jost Hesshaus bereits jetzt überzeugt.

Er ist Trainer des Landesligisten Holzheimer SG und glaubt, dass viele Menschen ihre Einstellung durch die positive Präsentation der Sportart geändert haben. "Durch die Weltmeisterschaft werden junge Frauen ermutigt, sich dem Sport zuzuwenden. Das hätten sie sich vorher vielleicht nicht getraut. Außerdem tragen die hochwertigen Spiele, die wir während des Turniers sehen können, dazu bei, dass viele Eltern den Frauenfußball in einem anderen Licht sehen. So bekommen Kinder und Jugendliche früher die Möglichkeit, in einem Verein aktiv zu werden. Die Zahl an Nachwuchsspielern wird sicherlich steigen."

Das WM-Turnier lief bislang völlig reibungslos ab, Zuschauern aus der ganzen Welt wurde ansprechender Sport geboten. "Was hier alles auf die Beine gestellt wird, ist sehr lobenswert", findet Peter Compes. Die zahlreichen Public-Viewing-Veranstaltungen zeigen: Der Frauenkick steht längst nicht mehr so stark im Schatten des Männerfußballs. Auch an Neusser Autos flatterten in diesem Sommer Fähnchen, bei den Spielen der deutschen Mannschaft konnte man in der Innenstadt beobachten, dass das Interesse erwacht ist.

Ein wichtiger Faktor dafür ist sicherlich auch die hohe Qualität der Spiele. Diese zeigt, dass weltweit mehr Wert auf die Förderung des Frauenfußballs gelegt wird. Letztendlich musste sich die DFB-Elf der starken Konkurrenz aus Japan geschlagen geben. Wenngleich bei Jost Hesshaus im Moment noch die Enttäuschung überwiegt, ist er dennoch der Meinung, dass der Wert des Frauenfußballs insgesamt deutlich gestiegen sei.

Compes befürchtet: "Zunächst ist wohl eine Durststrecke zu erwarten, weil die Frauennationalmannschaft die kommenden eineinhalb Jahre an keinem Turnier mehr teilnehmen wird." Gleichzeitig aber sei dies auch ein Ansporn für die Vereine, den Sport im Rhein-Kreis noch populärer zu machen.

(NGZ/rl)