Fußball: Michael Fasanelli geht, Georg Krahwinkel springt in Jüchen ein

Fußball : Georg Krahwinkel springt in Jüchen ein

Der vom Abstieg bedrohte Fußball-Landesligist trennt sich von Michele Fasanelli und holt den Meistertrainer zurück.

Weil die Vereinsführung von seinen fachlichen und menschlichen Qualitäten nach wie vor hundertprozentig überzeugt ist, hatte Fußball-Landesligist VfL Jüchen/Garzweiler trotz sportlich mauer Bilanz mit einer Engelsgeduld an Trainer Michele Fasanelli festgehalten. Doch nach dem enttäuschenden 0:0 am Sonntag im als richtungweisend ausgewiesenen Heimspiel gegen Remscheid zog der Tabellenvorletzte nun die Reißleine und trennte sich von dem 34-Jährigen. Die Aufgabe, die zu Saisonbeginn sehr ordentlich verstärkte Mannschaft, in den restlichen neun Partien doch noch zum Klassenverbleib zu führen, fällt nun Georg „Jolo“ Krahwinkel (68), unter dem die Viktoria 2015 aufgestiegen war, zu.

Eigentlich, räumt der Vorsitzende Christoph Sommer, dem die in Absprache mit Fasanelli getroffene Entscheidung ziemlich ans Gemüt geht („Michele hat sich absolut nichts zuschulden kommen lassen und sich auch jetzt vorbildlich verhalten.“), sei das Maß bereits nach der desolaten Leistung im Kreispokal (2:3 beim Bezirksligisten SG Kaarst) und der blutleeren Vorstellung im Nachholspiel gegen den VfB Solingen (1:2) voll gewesen. Doch in beiden Partien habe der Trainer krankenhausbedingt gefehlt. „In dieser Situation wäre das ganz schlechter Stil gewesen. So was machen wir in Jüchen nicht.“

Vor dem Kellerduell am Sonntag mit dem Schlusslicht Düsseldorfer SC 99  sah sich der Vorstand indes zum Handeln gezwungen. „Es geht jetzt darum, die vielleicht letzte Chance zu ergreifen“, sagt Sommer. Fasanelli hätte gerne bis zum Schluss weitergekämpft, kann den Schritt aber nachvollziehen: „Wir alle haben den Eindruck, dass es in der Schlussphase der Saison besser für den Verein ist, wenn ein neuer Mann meine Rolle übernimmt.“

Sein Nachfolger ist quasi sein Vorgänger. Als Georg Krahwinkel, der seine lange Trainerkarriere mit dem Aufstieg des VfL in die Landesliga 2015 eigentlich beendet hatte, in der Winterpause der Saison 2016/17 aber noch mal für die aus zeitlichen Gründen abgetretenen Sebastian Muyres und Philipp Reichartz zurückkehrte, war Fasanelli sein Co-Trainer, bevor er im Sommer 2017 an der Stadionstraße seine erste Stelle als Chefcoach antrat. Schon damals hatte Krahwinkel die im anvertraute Mission Klassenverbleib zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht. Genau darauf hofft nun auch Sommer: „Er war für uns die einzige Option. Ich vergleiche das so ein bisschen mit Schalke 04. Auch da setzt man in Huub Stevens auf einen erfahrenen Trainer, der die Rahmenbedingungen im Verein kennt und nicht erst eingearbeitet werden muss. Und er hat mit seiner Zusage keine Sekunden gezögert.“ Krahwinkel, sogar noch drei Jahre älter als Stevens, bestätigt das, fügt aber schmunzelnd hinzu: „Was sollte ich denn da machen, als mich Christoph Sommer und der 2. Vorsitzender Walter Muyres angesprochen haben. Da kann ich doch nicht absagen.“ Das Engagement, stellt Sommer klar, sei jedoch definitiv am Saisonende beendet. Gemeinsam mit Torsten Müllers (Co-Trainer) und Peter Dreßen (Torwarttrainer) will Krahwinkel nun alles daran setzen, „den Verein, an dem mir viel liegt, in der Liga zu halten.“

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