Fußball-Landesliga: Holzheimer SG könnte Klassenverbleib perfekt machen

Rhein-Kreis. : Holzheim könnte Klassenverbleib perfekt machen

Georg Krahwinkel verliert letztes Heimspiel als Jüchener Trainer. SC Kapellen schließt Landesliga-Saison im Erftstadion ab.

Zeit, ade zu sagen: In seinem letzten Heimspiel als Trainer des VfL Jüchen/Garzweiler zog Georg Krahwinkel im wegen des Schützenfestes im Ort vorgelegten Derby der Fußball-Landesliga gegen Odenkirchen mit 0:2 den Kürzeren. Mit der Saison schon durch ist nach der Partie am Sonntag gegen den VfB Solingen der SC Kapellen.

VfL Jüchen/Garzweiler – SpVg Odenkirchen 0:2 (0:2). Die Niederlage gegen den Nachbarn hatte VfL-Vorsitzender Christoph Sommer schnell abgehakt: „Gespenstische Stimmung, kaum Emotionen, kein gutes Landesliga-Spiel.“ Ausgesprochen schade fand er indes, „dass wir es einfach nicht mehr hinbekommen haben, die Spannung hochzuhalten, um Jolo Krahwinkel, bei dem ich mich an dieser Stelle noch mal in aller Form für seine Unterstützung bedanken möchte, einen würdigeren Abschied zu bereiten.“ Die vom Abstieg bedrohten Gäste – auf der Bank mit dem einst auch beim TuS Grevenbroich beschäftigten Jörg Pufahl – führten durch Treffer von Dragan Kalkan und Pascal Moseler schnell mit 2:0. Die große Chance, der faden Partie eine Wende zu geben, verpasste Kapitän Yannick Peltzer, als er kurz vor der Halbzeitpause einen Elfmeter an die Latte setzte. „In der zweiten Hälfte hatten wir zwar mehr vom Spiel und bei einer Dreifachchance den Ausgleich auf dem Fuß, ein gutes Spiel war es aber trotzdem nicht“, sagte Krahwinkel, dessen Vorgänger Michele Fasanelli ebenfalls unter den Zuschauern war, enttäuscht. Grund zur Freude gibt es in Jüchen trotz des Abstiegs aus der Landesliga: Durch einen 3:0-Erfolg im Stadtderby über den SV Bedburdyck/Gierath II machte die Zweitvertretung der Viktoria den Aufstieg in die Kreisliga A so gut wie perfekt. Sommer: „Damit haben wir wenigstens ein Etappenziel erreicht.“

Holzheimer SG – SSVg Heiligenhaus. Dass Jüchen gegen Odenkirchen die erhoffte Schützenhilfe im Abstiegskampf schuldig blieb, grämte HSG-Coach Guido van Schewick nur kurz. Stattdessen verwies er darauf: „Wir haben unser Schicksal nach wie vor selber in der Hand. Die Jungs tun darum gut daran, sich ausschließlich auf ihre Leistung zu konzentrieren.“ Doch auch er weiß natürlich: Spielt die Konkurrenz mit, könnte der Neuling den Klassenverbleib mit einem Sieg über Heiligenhaus schon vor dem letzten Spieltag unter Dach und Fach bringen. Und zwar dann, wenn entweder dem MSV Düsseldorf gegen Amern kein Sieg gelingt oder aber der TSV Meerbusch II bei Teutonia St. Tönis verliert. Unter Druck sieht van Schewick seine Mannen allerdings nicht: „Wir können relativ befreit aufspielen, denn uns hatte doch niemand wirklich zugetraut, dass wir in der Landesliga bleiben.“

Um den Coup amtlich zu machen, fordert der Coach von seinem Team eine seriöse Vorstellung: „Ganz wichtig ist ein guter Start. Wir müssen  von Anfang an zeigen, dass wir dieses Spiel gewinnen wollen. Auch wenn wir in den vergangenen Wochen bewiesen haben, dass wir mit Rückschlägen umgehen können, ich brauche das, ehrlich gesagt, nicht. Ich nehme sehr gerne auch einen glatten Sieg.“ Vorsicht ist auf jeden Fall geboten. Zwar hat der neue Vorstand in Heiligenhaus bereits angekündigt, sich nach der Saison auf jeden Fall aus der Liga verabschieden zu wollen, zu einem 2:2 in Kapellen reichte es zuletzt trotzdem noch. Wohl nur als Zuschauer die Daumen drücken können am Sonntag Holzheims verletzten Stammkräfte Fabio Dittrich, Luca Wefers und Benedikt Hambloch, Kevin Dyla ist weiterhin gesperrt. Das Hinspiel war mit 4:1 an Heiligenhaus gegangen.

SC Kapellen – VfB Solingen.  Das letzte Saisonspiel – in der 19er-Gruppe setzt der SCK nächste Woche aus – nutzt der Klub von der Erft, um sich von einer ganzen Reihe verdienter Kräfte zu verabschieden: Allen voran Marcel Koch, seit der Saison 2012/13 Mitglied der ersten Mannschaft. Der hochaufgeschossene Blondschopf sucht sich einen neuen Verein an seinem Studienort Köln. Aus beruflichen Gründen klinkt sich nach drei Jahren auch Dimitrios Balis aus, Torhüter Felix Burdzik wechselt zum Landesligisten Teutonia St. Tönis, Maximilian Kuznik zum 1. FC Viersen in die Bezirksliga, Jannik Schulte geht studienbedingt für ein halbes Jahr ins Ausland, Philip Suhr hofft bei einem anderen Verein auf größere Spielanteile und der eh nur in der zweiten Mannschaft eingesetzte Riku Matsumoto kehrt zurück nach Japan.

Obwohl es mit dem durchaus möglichen Aufstieg in die Oberliga nicht geklappt  hat, schließt der Sportliche Leiter Jörg Ferber die Saison mit einem zufriedenen Lächeln ab: „Wir sind Vierter geworden, haben uns also gegenüber dem Vorjahr verbessert. Dazu haben wir den Kreispokal geholt. Manchem ist das nicht genug, aber wir bleiben der Dorfverein aus Kapellen. Unser Weg, der uns bald wieder in die Oberliga bringen soll, ist vielleicht ein wenig länger, dafür aber bezahl - und machbar.“

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