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Fußball-Funktionär Horst Planz verstarb im Alter von 80 Jahren.

Nachruf : Der Grummler mit dem großen Herzen lebte für König Fußball

Am vergangenen Montag verstarb der in unnachahmlicher Manier für den Fußball im Rhein-Kreis Neuss wirkende Horst Planz im Alter von 80 Jahren.

Es stimmt wohl. Horst  Planz war ein knorriger, ein eigenwilliger Charakter. Widerborstig, übellaunig mitunter, aber stets aufrichtig. Wer das gütige Herz unter der harten Schale schlagen hören wollte, musste schon ganz nah an ihn heran. Am besten mit dem runden Leder in der Hand. Denn „der Fußball war sein Leben“, sagt sein Sohn Günter Planz. Und das bis zuletzt. Am Montag schlief der Ehrenamtler mit dem offenen Ohr für seine Mitmenschen im Neusser Johanna Etienne Krankenhaus im Alter von 80 Jahren friedlich ein.

Günter Planz: „Er hatte keine erkennbaren Krankheiten und war auch geistig noch topfit. Sein Herz ist einfach stehengeblieben.“ Wer einen Eindruck davon bekommen möchte, was der Fußball im Rhein-Kreis mit seinem Tod verliert, sollte der Facebook-Seite des 1. FC Grevenbroich-Süd einen Besuch abstatten. Dort haben ihm alte Weggefährten, ehemalige Spieler und Spielerinnen sowie Vereinskollegen mit zum Teil hochemotionalen Einträgen ein würdiges Denkmal gesetzt. So schreibt Trainer Jürgen Latajka: „Mehr als 40 Jahre war er für mich ein Gesicht des Vereins. Ruhe nun in Frieden, lieber Horst.“

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Sein Sohn erinnert sich: Als es mit der Familie 1972 nach Neuenhausen ging – davor lagen Stationen als Spieler  beim SV Rommerskirchen und als Trainer des SV Hemmerden –, gab es den 1. FC Grevenbroich-Süd noch gar nicht. Der entstand erst 1977 aus einer Fusion der Traditionsklubs VfB Allrath (1924), BSC Barrenstein/Oekoven (1959) und FC Neuenhausen (1912). Im Grevenbroicher Süden machte sich Horst Planz, der es zudem als Schiedsrichter bis in die Landesliga brachte, sofort ans Werk, hob die Nachwuchsabteilung gemeinsam mit Dieter Wintersig auf ein bis dahin nie gekanntes Niveau. Immer unterstützt von seiner vor neun Jahren verstorbenen Frau Christa.

Dazu erfand er in den 1980er-Jahren den Frauenfußball im 1. FC-Süd, führte seine Mädels bis in die Landesliga. Die Mannschaft folgte ihrem Trainer auch nach Hemmerden. Beim SVH gab er damit den Startschuss zu einer rasanten Entwicklung, die später unter Coach Fritz Gartner ihren Höhepunkt in der Regionalliga fand. Taten, die seinen Schützlingen fest im Gedächtnis geblieben sind. So schreibt Andrea Nagel auf der Facebook-Seite des FC: „Danke für alles, was Du für den Mädchen- und Damenfußball des 1. FC Grevenbroich-Süd und des SV Hemmerden getan hast. Es ist mit Worten nicht zu beschreiben, was Du und auch Deine Frau Christa für uns Mädels an Freizeit gegeben haben. Dies werde ich niemals vergessen.“

Zufrieden gab sich Horst Planz damit indes nicht. Während seiner vielen Jahre als Vorsitzender der Kreisspruchkammer und als Geschäftsführer des 1. FC-Süd stieg er endgültig in den Rang einer lebenden Institution auf. „Er wusste alles, trug zu Recht den Titel Mister Google des Fußballs“, sagt sein Sohn stolz. Ganzen Generationen von manchmal sogar reuigen (Fußball-)Sündern dürfte der Chef der Spruchkammer ordentlich die Leviten gelesen haben. Seine mit größter Überzeugung vorgetragenen Urteile fällte er gerne im Sitzungssaal des Gasthauses „Zur Königslinde“ in Neuenhausen – sozusagen ein Heimspiel für ihn. Treue war ihm wichtig, vor allem zu seinem Verein. Erst im vergangenen Jahr schied er nach einer gefühlten Ewigkeit aus der Geschäftsführung des 1. FC Grevenbroich-Süd aus, machte damit Platz für jüngere Führungskräfte. Allen voran sein Sohn, der den Fusionsklub nun als Vorsitzender lenkt.

Heinz Hübinger (Kreisjugendsportgericht) schließt zu Recht: „Wieder verliert der Kreis 5 einen guten Freund und Fußball-Fachmann, den man nicht ersetzen kann.“