Fußball: Derby zwischen Holzheim und Kapellen

Fußball : Holzheim und Kapellen kämpfen gegen Fehlstart

Im Landesliga-Derby brauchen beide Teams Punkte.

Jörg Ferber ist ein Mann der klaren Worte. Deswegen überrascht es nicht, dass der Sportliche Leiter des Fußball-Landesligisten SC Kapellen vor dem Lokalduell bei der Holzheimer SG schonungslos feststellt: „Holzheim und wir müssen jetzt schon beide punkten, nach diesem ersten Spieltag.“ Während sein SCK zu Hause nicht über ein mageres 1:1 gegen den MSV Düsseldorf hinauskam, enttäuschte die HSG beim Mitaufstieger VfB Solingen mit einer 1:4-Pleite auf ganzer Linie. Es geht also bereits um einiges, wenn die beiden Ortsnachbarn am Mittwoch ab 20 Uhr aufeinandertreffen.

“Wir brauchen eine enorme Leistungssteigerung“, findet Holzheims Coach Guido van Schewick, der vor dem Saisonstart enormen Wert darauf gelegt hatte, keinen Fehlstart hinzulegen, „um dem Geschehen nicht von Anfang an hinterherzulaufen“. Schließlich steigen am Saisonende mindestens vier Mannschaften in die Bezirksliga ab. Genau dieser Fehlstart droht nun aber, was für van Schewick auch mit gravierenden Personalproblemen zusammenhängt. Auch gegen Kapellen fehlen in Fabio Dittrich, Simon Petri, Simon Kozany, Thorsten Linnemeier und Tom Nilgen wieder fünf Stammspieler. „Für uns ist es schon schwer, das zu kompensieren“, findet der Trainer, für den feststeht, „dass Kapellen der haushohe Favorit ist“.

Eine Rolle, gegen die sich Jörg Ferber nicht wehrt: „Es gibt keine Ausrede, wir müssen punkten. Wir haben guten Kontakt nach Holzheim, da will sich sicher keiner nach dem Spiel die Sprüche anhören müssen.“ Gänzlich enttäuscht sei man im Erftstadion vom Auftritt gegen den MSV dabei gar nicht gewesen: „Mit dem Verlauf des Spiels sind wir gar nicht so unzufrieden, nur das Ergebnis hat nicht gestimmt. Es ist schwierig, gegen einen so tiefstehenden Gegner einen frühen Rückstand zu drehen.“ Dabei sollte der SCK – im Vergleich zum Vorjahr – mit seinem gerade in der Offensive fein besetzten Kader eigentlich in der Lage sein, solche Gegner zu knacken. „Es wird sich mit Sicherheit etwas ändern“, kündigt Ferber im Hinblick auf die Startelf an. Ein logischer Kandidat dürfte vor allem Alexander Hauptmann sein. Für den aus Nievenheim gekommenen Neuzugang hatte Trainer Oliver Seibert gegen Düsseldorf noch Max Kuznik in die Sturmzentrale beordert.

Verkrampfen wollen sie auf beiden Seiten trotz der Wichtigkeit der Partie aber nicht. „In erster Linie freuen wir uns darauf, ein Derby gegen Kapellen spielen zu dürfen. Das hat es in einem Meisterschaftsspiel Jahrzehnte nicht gegeben. Wir werden alles daran setzen, eine Überraschung zu schaffen“, sagt van Schewick. Ferber will Werbung für den Fußball im Rhein-Kreis machen: „Wir wollen den Zuschauern etwas bieten. Es ist ja leider Gottes so, dass es in Neuss keinen Zuschauermagneten mehr gibt. Deswegen wollen wir die Leute davon überzeugen, dass es sich lohnt, nach Kapellen zu kommen.“ Ein stürmischer Auftritt im Lokalduell wäre da sicher keine verkehrte Maßnahme.

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