Fußball: Der SC Kapellen findet sich mit der Realität erstmal ab

Fußball : Kapellen findet sich mit der Realität erstmal ab

Nach der 0:1-Niederlage in Velbert ist der Aufstieg für den Fußball-Landesligisten in weite Ferne gerückt. Am Sonntag kommt Süchteln.

Lachen ist die beste Medizin – wenn die Laune ganz tief im Keller hängt, hilft auch Galgenhumor. Und so wählten die Fußballer des Landesligisten SC Kapellen bei ihrem nach jedem Match obligatorische Voting Schiedsrichter Marcel Schuh zum „Akteur des Spiels“. Der hatte nämlich am Sonntag bei der 0:1-Pleite des SCK im Topspiel gegen Velbert in Nils Mäker, Nils Dübbert und Marc Paul nicht nur drei Kapellener des Feldes verwiesen, sondern sich auch mit vielen weiteren Entscheidungen nicht unbedingt zum Freund der Gäste gemacht.

Die Folgen des erst in der Nachspielzeit gefangenen Gegentreffers sind für die Schützlinge von Trainer Oliver Seibert indes gravierend: Von Cronenberg an der Spitze trennen den SCK jetzt wieder vier Punkte. Velbert und Mönchengladbach sind jeweils mit einer Partie im Rückstand, nutzen die Konkurrenten diesen „Bonus“, würden sie sieben (Velbert) beziehungsweise fünf  (Gladbach) Zähler zwischen sich und die Schwarz-Gelben packen. Damit sieht der Sportliche Leiter Jörg Ferber seine Jungs vor dem Gastspiel des erstarken ASV Süchteln am Sonntag (15 Uhr) im Erftstadion erstmal raus aus dem Aufstiegsrennen. Das sei ärgerlich, aber nicht tragisch, findet er indes: „Was soll man darüber reden? Wir stehen absolut nicht unter Zugzwang. Wir versuchen es natürlich weiter, den Aufstieg zu schaffen. Aber wenn es nicht klappt, versuchen wir es im nächsten Jahr halt noch mal.“ Die Planungen für die Saison 2019/2020 blieben davon unbeeinflusst, versichert der 50-Jährige und verspricht: „Der neue Kader ist noch besser als der von diesem Jahr.“

Die Realität sieht allerdings so aus: Am Sonntag fehlen neben Mäker, Dübbert und Paul in Alexander Hauptmann (kassierte in Velbert die fünfte Gelbe Karte) auch der mit 19 Treffern beste Torschütze) und Abwehrchef David Dygacz, für den die Saison mit einem Kreuzbandriss schon vorbei ist. Dazu steht hinter dem Einsatz des schwer erkälteten Stephan Wanneck (schleppte sich in Velbert nur für eine Viertelstunde über den Platz) ein dickes  Fragezeichen. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für ein Duell mit einem Gegner im Aufwind: Am vergangenen Sonntag krönte Süchteln eine Serie von vier Siegen in Folge mit dem 8:2-Erfolg über den VfB Solingen. In den acht Spie­len seit An­fang Fe­bru­ar hat die Mann­schaft von Trai­ner Hein­rich Lo­sing 15 Punk­te eingebracht, mit de­nen sie sich der größ­ten Ab­stiegs­sor­gen ent­le­digt hat. „Wir wis­sen, dass wir of­fen­siv ei­ne enor­me Qua­li­tät ha­ben. Wäh­rend wir frü­her ge­schätzt nur 30 Pro­zent un­se­rer Mög­lich­kei­ten ge­nutzt ha­ben, so dürf­te die Quo­te ak­tu­ell bei 80 Pro­zent lie­gen“, er­klärt der Coach. Treff­si­che­rer als der ASV wa­ren nach der Win­ter­pau­se nur zwei Mann­schaf­ten: St. Tö­nis er­ziel­te im Schnitt 3,56 To­re pro Spiel, Cro­nen­berg 3,44 und Süch­teln 3,38. Das Erfolgsrezept klingt einfach: Er ha­be in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ent­ge­gen sons­ti­ger Ge­pflo­gen­hei­ten ver­stärkt Tor­schuss­übun­gen ins Trai­ning ein­ge­baut, verrät Losing.

Ein Gegner, der mal von Anfang an mitspielt und nicht sofort Beton anrührt, käme dem SC Kapellen gerade recht, denn „wir wollen immer Fußball spielen, und zwar offensiv und attraktiv für die Zuschauer“, sagt Ferber. Die personellen Engpässe änderten daran rein gar nichts. „Da muss unser Trainer Oliver Seibert eben ein bisschen zaubern.“ Das Hinspiel endete im Übrigen 2:2-Unentschieden.

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