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Fußball-Bezirksliga: VfL Jüchen/Garzweiler gibt weiter Vollgas

Fußball : VfL Jüchen/Garzweiler gibt weiter Vollgas

Bezirksliga: Kleinenbroich setzte in der Vorbereitung auf Altbewährtes. TSV Bayer Dormagen wiegt sich in trügerischer Sicherheit.

Heute Abend ertönt in Uedesheim der Startschuss für die kalendarische Rückrunde der Fußball-Bezirksliga. Die Ausgangslage für die „Kreis-Vereine“ ist dabei genau so unterschiedlich wie die Gestaltung der Vorbereitungsphase. Von fleißigen Trainingsweltmeistern bis hin zu optimistischen Minimalisten war dieses Jahr alles dabei.


Gewinner der Vorbereitung. Zugegeben: Den Gewinner der Vorbereitung schon vor dem Beginn der Rückrunde zu ernennen, ist eine Wette auf die Zukunft. Denn erst im Verlauf der zweiten Saisonhälfte wird sich zeigen, ob die Investitionen der Winterpause auch ihre Früchte tragen. Eins ist dennoch gewiss. Beim VfL Jüchen/Garzweiler hat man dieses Frühjahr nichts dem Zufall überlassen. Als erste Mannschaft nahm Trainer Marcel Winkens schon in der ersten Januarwoche den Trainingsbetrieb wieder auf. Getestet wurde gegen namhafte Gegner wie Oberligist Germania Ratingen und Landesligist Kapellen. „Wir wollten uns weiterentwickeln. Das schafft man nur, wenn man sich mit Top-Gegnern misst“, begründet Winkens die Testspielgegner-Auswahl. Auch in der vermeintlichen „Problem-Zone“ hat der Tabellendritte kräftig aufgerüstet. Fatlum Ahmeti kommt aus der Landesliga zum VfL, den 19 Jahre jungen Justin Kuhlen konnte Winkens aus der A-Junioren-Bundesliga nach Jüchen lotsen und Berkant Des kommt vom TSV Meerbusch und ist ebenfalls für den Sturm vorgesehen. Mit dem im Sommer verpflichteten Marcel Pohl kehrt nach genesener Kreuzbandverletzung ein weiterer Angreifer zurück in den Kader.


Alles beim Alten. Norbert Müller ist ein „alter Fuchs“. Der Trainer des SC Teutonia Kleinenbroich leitet seit nunmehr sieben Jahre die Geschicke beim aktuellen Tabellenzweiten und lässt sich deswegen auch nicht aufgrund einer dürftig anmutenden Vorbereitung aus der Ruhe bringen. Der Titelanwärter testete nur zweimal, und das mit eher mäßigem Erfolg (2:5 gegen ASV Süchteln, 1:3 gegen VfB Hilden II). „Wir wollten nicht mehr Spiele festlegen, weil das einfach nichts gebracht hätte. Ich hatte nicht einmal annähernd meine erste Elf zusammen“, erklärt Müller. Auf ein angezogenes Trainingspensum verzichtete der erfahrene Übungsleiter auch. Stattdessen hielt er eine „bewährte Tradition“ aufrecht. „Wir haben uns freitagabends immer zum lockeren Kicken getroffen. Auch zwischen den Feiertagen. Sonst haben wir im normalen Rhythmus trainiert“, offenbart Müller. Wenig überraschend dürfte es dann auch sein, dass die Teutonia nicht auf dem Transfermarkt zugeschlagen hat. Warum auch. „Never change a running system“ lautet der Grundsatz in Kleinenbroich.


Minimalistisch ans Ziel. In Dormagen herrscht derweil grundsätzlicher Optimismus. Ein Testspiel gegen B-Ligist Rheinwacht Stürzelberg (3:0) muss halt reichen. Neuzugänge musste TSV-Trainer Frank Lambertz auch nicht begrüßen. „Einige Abstriche muss man immer machen. Im Großen und Ganzen ist die Vorbereitung ganz gut gelaufen“, bewertet Lambertz. Trotz der Vorbereitung auf „Sparflamme“ richtet man bei Bayer den Blick stets nach vorne. „Vor der Saison war Platz fünf das Mindestziel. Außerdem will die Mannschaft gegen die Top-Vier nicht ein Spiel verlieren“, verkündet der Trainer des aktuellen Tabellensiebten. Das Ziel „nicht abzusteigen“ sei Lambertz zudem viel zu pessimistisch.


Die „Testspielweltmeister“. Viermal testete die SG Rommerskirchen/Gilbach in der Winterpause, viermal hieß der Sieger am Ende „Roki“. Ein 6:1 gegen VfR Neuss, ein 5:2 gegen DJK Novesia, ein 2:0 gegen Rosellen und ein 4:0 gegen Niederaußern machen Hoffnung auf eine erfolgreiche Rückrunde. Der Zusatz „Weltmeister“ bezieht sich im Falle des SV Uedesheim jedoch allenfalls auf die Anzahl der Testspiele. 0:6, 0:6, 3:3, 2.4 lauten die wenig überzeugenden Resultate vor Beginn der Rückrunde. „Es gibt noch viele Baustellen. Mannschaftlich müssen wir zusammenrücken“, gesteht SV-Co-Trainer Timm Oppermann. Gleiches gilt für Stefan Pennarz und seine DJK Gnadental, die in Gruppe 1 der Bezirksliga vor einer ähnlich schweren Aufgabe steht. Fünfmal testeten die Neusser in der Vorbereitung insgesamt – alle fünf Spiele gingen verloren.


Verlierer der Vorbereitung. Den Verlierer der Vorbereitung auszumachen, war dieses Jahr leider ein leichtes Spiel. Bevor überhaupt der erste Verein ins Training startete, teilte die SG Kaarst mit, dass sie ihre Erste Mannschaft aus dem Spielbetrieb zurückzieht. Der Zwangsabstieg in die Liga A stand damit fest.