Fußball : Funkel trifft alte Liebe Borussia

Heute Abend kickt Trainer Friedhelm Funkel aus Neuss mit dem VfL Bochum im ersten von zwei Relegationsspielen um den Aufstieg in die Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach. Und das mit durchaus gemischten Gefühlen.

Klar, sagt Friedhelm Funkel, die beiden Spiele gegen Borussia Mönchengladbach sind für den Trainer des Zweitligisten VfL Bochum etwas ganz Besonderes. Zum einen geht es für ihn und sein Team um die Rückkehr ins Oberhaus des deutschen Fußballs, zum anderen verbindet der 57-Jährige mit der Fohlen-Elf schönste Erinnerungen.

Als Neusser durch und durch kennt Funkel die Gemütslage am Rhein sehr genau: "Neuss, Korschenbroich, Büttgen — das ist Gladbach-Land." Früher fuhr auch er mit dem Zug in die Vitusstadt, um dann vom Bahnhof aus zu Fuß auf den längst legendären Bökelberg zu pilgern. "Ja, ich war Fan der Borussia, das kann man schon so sagen", bekennt er. In die brisanten Duelle mit seiner alten Liebe geht er folglich mit durchaus gemischten Gefühlen, denn "die Sympathie für den Verein ist immer noch da. Das war und ist ein toller Klub".

Obgleich er nach seiner Rückkehr aus Berlin vor einem Jahr mittlerweile an der Rheinallee in Düsseldorf-Oberkassel ein neues Zuhause gefunden hat, ist Funkel seiner Heimatstadt stets treugeblieben. Anhänger des VfL Bochum sind rund ums Obertor freilich eher selten anzutreffen, "und so habe ich in den vergangenen Tagen schon des öfters zu hören bekommen, dass man lieber Gladbach in der 1. Liga sähe", verrät der Fußballtrainer schmunzelnd. Doch darüber gibt es für ihn keine Diskussion: "Natürlich will ich mit Bochum hoch, um damit die tollen Leistungen in dieser Saison zu bestätigen."

Und so ganz ohne heimatliche Unterstützung muss der Westfale auf Zeit nicht auskommen. Freunde wie Franz Schoenen und Karl Gladis drücken ihm heute Abend im Nordpark (20.30 Uhr) und am kommenden Mittwoch im Bochumer Ruhrstadion ganz fest die Daumen. "Ich war immer Fan von dem Verein, wo der Friedhelm gerade Trainer war", sagt Gladis: "Wenn er aufsteigt, freue ich mich für ihn, nicht für Bochum." Die beiden kennen sich schon ewig, trugen Mitte der 1960er Jahre auf dem als "Alemannenloch" bekannten Sportplatz an der Alemannenstraße (Neusserfurth) heiße Fußballkämpfe aus. "Richtig zusammengefunden haben wir aber erst, als ich von Nordstadt zum VfR Neuss gewechselt bin", erinnert sich Gladis, dessen Trauzeuge Funkel ist. Seither ist der Kontakt nie abgerissen, ganz gleich, ob Funkels Stationen im Profibereich nun Uerdingen, Kaiserslautern, Duisburg, Rostock, Köln, Frankfurt, Berlin oder eben Bochum hießen.

Fürs Erste bleibt der Coach aber in der Nähe, sein Vertrag in Bochum wurde erst im April bis zum 30. Juni 2012 verlängert — unabhängig davon, ob ihm der Aufstieg gelingt.

(NGZ)