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Korschenbroich: Für Unges Pengste gerüstet

Korschenbroich : Für Unges Pengste gerüstet

Korschenbroich Der üppige Fahnenschmuck im historischen Ortskern Korschenbroichs weist seit Tagen auf das Jahresfest der beiden großen Bruderschaft hin. Die Botschaft: "Unges Pengste kann kommen." Und auch der Matthias-Hoeren-Platz hat sein Gesicht verändert.

Auf der sonst so großzügigen Parkfläche haben die Schausteller ihre großen und kleinen Fahrgeschäfte aufgebaut. Gestern gab's für die Bruderschaftler dann beim traditionellen Silberputz die letzten Kommandos, bevor morgen das offizielle Startzeichen zum Schützen- und Heimatfest fällt. Wie in den Vorjahren wird auch dieses Mal wieder Bürgermeister Heinz Josef Dick mit dem Fassanstich um 18 Uhr den fünftägigen Festreigen zünftig eröffnen.

Unges Pengste gehört zu den größten Schützenfesten am linken Niederrhein. 1000 Schützen und 300 Musiker warten ab morgen auf ihren Einsatz. Zwei Könige stehen mit Mark Pöstges und Philipp Nemitz im Mittelpunkt des festlichen Geschehens, das die Kleinstadt vor den Toren Mönchengladbachs für fünf Tag bewegt.

"Spielt das Wetter mit, werden wir über die Pfingsttage in Korschenbroich mehr als 50 000 Besucher erwarten", erklärt Bezirksbundesmeister Hort Thoren gegenüber de NGZ. Und dass die Temperaturen mitspielen, daran hat Thoren keinen Zweifel: "Es ist längst bekannt, in Korschenbroich machen die Bruderschaften zu Unges Pengste ihr Wetter selbst."

Für die Sebastianer trägt in diesem Jahr Mark Pöstges das Königssilber durch den historischen Ortskern. Seine Treffsicherheit beim Vogelschuss im vergangenen Oktober machte Pöstges anfangs sprachlos.

Der 35-Jährige, der nicht mal seinen Zug über sein Vorhaben informiert hatte, staunte nicht schlecht, als er zum König ausgerufen wurde. Auch fehlte ihm die passende Königin. Doch das war schnell geregelt: Ein Anruf reichte aus, und er konnte Daniela Baues für dieses ehrenvolle Amt begeistern.

Vom Ehrgeiz gepackt, meldete hingegen Philipp Nemitz seine Teilnahme beim Vogelschuss an. Der 28-Jährige, bereits im Vorjahr König der St.-Katharina-Junggesellen, "wollte das Königssilber einfach nicht abgegeben".

Ihm zur Seite steht Schwester Verena. "Damit wird er zum Wiederholungstäter", scherzt Horst Thoren. Und Junggesellen-Präsident Thomas Siegers bemühte sofort die Chronik: "Das gab's in der fast 300-jährigen Geschichte der Junggesellen zuletzt im 18. Jahrhundert. Christian Horten war von 1751 bis 1753 sogar drei Mal in Folge Junggesellenkönig."

Von der bevorstehenden Fußball-WM bewegt, schlagen die beiden Schützen-Präsidenten Peter Schlösser und Thomas Siegers auch einen Bogen zu den Titelkämpfen. Vom aussagekräftigen Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden" begeistert, stellt Siegers heraus: "Das Motto passt auch zu Unges Pengste. Wir empfangen zwar nicht die ganze Welt, wohl aber eine bunte Mischung von Gästen - aus Jung und Alt, von Nah und Fern, aus Alteingesessenen und Zugezogenen. Jeder soll sich bei uns wohlfühlen."

Gefeiert wird ab Samstag bis Mittwoch (7.) im Festzelt auf dem Matthias-Hoeren-Platz. Dort kommen Samstag und Sonntag vor allem junge Leute zu den Kult-Partys zusammen, dort treffen sich von Montag bis Mittwoch Brauchtumsfreunde aus Stadt und Land. Paradiert wird Sonntag ab 16.45 Uhr, Montag ab 12.30 Uhr und Dienstag ab 18.30 Uhr an St. Andreas. Besonders sehenswert ist der Blumenkorso der 30 Blumenhornträger und der Auftritt der Fahnenschwenker.

(NGZ)