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Für Top-Sportler im Rhein-Kreis Neuss 45.000 Euro

Charity-Golfturnier Rittergut Birkhof : Für Top-Sportler im Rhein-Kreis 45.000 Euro

Das Charity-Turnier der Partner für Sport und Bildung und des Vereins der Golfenden Fußballer (Gofus) brachte viel Geld ein. Erstmals ging die Veranstaltung auf dem Rittergut Birkhof über die Bühne.

Der Tag der Veranstaltung hätte kaum besser gewählt sein können. Kurz nachdem der Leistungssport in Deutschland einen Hilferuf abgesetzt und einige seiner Vertreter die Politik in Berlin auf die durch die Corona-Krise ausgelöste, bedenkliche finanzielle Lage vieler Topsportler aus den unterschiedlichsten Disziplinen hingewiesen hatten, ging am Freitag die bereits fünfte Auflage des im Rhein-Kreis Neuss inzwischen zur Tradition gewordene Wohltätigkeitsgolfturniers mit entsprechenden Hygienemaßnahmen über die Bühne. Die in Neuss ansässigen Partner für Sport und Bildung (PSB) in Kooperation mit dem Verein der Golfenden Fußballer (Gofus) brachten wieder Sport., Politik- und Wirtschaftsvertreter aus heimischen Gefilden mit Sportgrößen aus Vergangenheit und Gegenwart zum Golfspielen und Geldsammeln zusammen.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Beim Kassensturz am Freitagabend konnte Christoph Buchbender als PSB-Präsident die stolze Summe von 45.000 Euro für die von den PSB unterstützten Leistungssportler verkünden. Und das, obwohl Corona auch bei den erprobten Abläufen der PSB-Veranstaltungen so einiges durcheinandergewirbelt hatte. So ging das Charity-Golfturnier nicht mehr wie bislang in der Norfer Hummelbachaue, sondern auf der Anlage des Ritterguts Birkhof in Korschenbroich-Lüttenglehn über die Bühne. Zudem verzichteten die PSB auf die große Abendgala der vergangenen Jahre und feierten im Anschluss an das Golfturnier „nur“ mit den Teilnehmern und einigen Gästen im Rahmen eines Barbecues im gediegenen Ambiente des alten Ritterguts. Die gelöste und lockere Atmosphäre am Freitagabend machte deutlich, dass augenscheinlich niemand etwas vermisste. Die Bereitschaft, Geld zu spenden und Lose für die gut bestückte Tombola zu kaufen, stand den vergangenen Jahren kaum nach.

„Bei den Galas in festlicher Kleidung haben wir in den vergangenen vier Jahren jeweils rund 50.000 Euro zusammenbekommen. Da sind die 45.000 Euro nur mit dem Golfturnier schon eine tolle Sache“, sagte PSB-Präsident Christoph Buchbender, „aus der Not heraus haben wir offenbar ein Format gefunden, das Ihnen sehr gut gefällt.“ Wobei die Basis das bewährte Prinzip der vergangenen Jahre war. Golfer aus heimischer Wirtschaft und Politik bekommen die Chance, eine Runde mit lokalen und überregionalen Sportgrößen zu spielen.

Bahnradsportler Nils Schomber, hier mit Freundin Magali Matzner, versorgte die Teilnehmer mit Kaffee. Foto: PSB/PSB/SVEN VUELLERS

Mit dabei waren zum Beispiel Ex-Fußballprofis wie Norbert Dickel, Holger Fach und Herbert Laumen sowie der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer, aber auch die früheren Handballstars Daniel Stephan und Christian Schwarzer sowie der frühere Topschwimmer Christian Keller. Aus dem Rhein-Kreis schwangen frühere und aktive Sportler wie Patrick und Ian Hüter (Handball, Bayer Dormagen), Thomas und Sebastian Draguhn (Hockey, HTC SW Neuss), Björn Otto (Stabhochsprung, Bayer Dormagen) und Matyas Szabo (Säbelfechten, Bayer Dormagen) den Golfschläger. Wobei Szabo, der am Ende mit seinem Team sogar das Turnier gewann, genau wie die am Abend hinzugestoßenen Richard Hübers (Säbelfechten, Dormagen), Sarah Voss (Turnen, Dormagen) und Laura Mertens (Ringen, Ückerath), zu den Sportlern gehört, die von den Partner für Sport und Bildung auf ihrem Weg zu sportlichen Erfolgen finanziell unterstützt werden. Das gilt auch für Weltklasse-Bahnradfahrer Nils Schomber aus Neuss, der es sich nicht nehmen ließ, als Teil des Catering-Teams der Fleischerei Matzner den ganzen Tag Kaffee zu servieren.

Das lässt erahnen, was Christoph Buchbender meinte, als er in seiner Begrüßungsrede am Vormittag meinte, als er die Motivation der Partner für Sport und Bildung erklärte. „Es macht einfach großen Spaß, in die Gesichter der Sportler zu schauen, die acht- bis neunmal pro Woche trainieren. Da sind nicht nur tolle Sportler, sondern auch tolle Menschen. Egal, ob sie olympische Medaillen gewinnen oder nicht.“ Doch damit sie zumindest eine Chance haben, sie zu gewinnen, brauchen sie gerade in den Sportarten neben dem Fußball Unterstützung in Sachen Finanzen, Ausbildung und Berufswahl, um im Leben neben dem Sport nicht abgehängt zu werden. Der Hilferuf der Spitzensportler nach Berlin zeigt, dass das noch mal ganz besonders in Zeiten von Corona gilt. „Da beklagen Athleten Einnahmerückgänge von 60 bis 80 Prozent. Das zeigt die wichtige Funktion unseres Fördervereins“, betonte PSB-Präsident Christoph Buchbender.