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Fußball: Für SV Uedesheim ist ein Sieg fast Pflicht

Fußball : Für SV Uedesheim ist ein Sieg fast Pflicht

Im Kampf um den Klassenverbleib in der Fußball-Oberliga helfen dem Neuling im Kellerduell mit dem TuS Bösinghoven nur drei Punkte wirklich weiter. Derweil droht dem personell ausgedünnten SC Kapellen in Ratingen eine böse Pleite.

Über seine Sportgeschäfte ist Ingmar Putz dem TuS Bösinghoven eng verbunden, doch der Dienst am Kunden endet für den Trainer des Fußball-Oberligisten SV Uedesheim morgen Nachmittag um 15 Uhr. Denn auf dem kuschelig engen Kunstrasenplatz am Windmühlenweg ist Abstiegskampf pur angesagt: Die Hausherren haben als 16. nur einen Punkt mehr auf ihrem Konto als der SVÜ auf Rang 17, gut möglich also, dass am Saisonende beide Klubs runter in die Landesliga müssen.

Nach sieben Niederlagen in Folge hat sich der TuS darum von seinem Trainer Martin Stasch getrennt. Die vor einem Jahr als Nachfolger von Wolfgang Jeschke eingestiegene Arbeitskraft soll dem Verein zwar in anderer Form erhalten bleiben, die nötigen Punkte zum Klassenverbleib muss indes Carsten Baumann holen. Der 38-Jährige, als Profi unter anderem bei RW Essen, der SG Wattenscheid und LR Ahlen aktiv, arbeitet als Jugendtrainer bei Bayer Leverkusen und steht dem TuS daher wohl nur bis zum Saisonende zur Verfügung. "Wir sind guter Dinge, dass er das Ruder noch einmal herumreißen kann", sagt Abteilungsleiter Daniel Peters.

Der Wechsel auf der Bank des unmittelbaren Konkurrenten interessiert Putz nicht sonderlich: "Wenn wir von Anfang an aggressiv zur Sache gehen, kann es uns egal sein, was der Gegner macht." Er sieht seine Jungs im Aufwind — und das nicht erst seit dem Überraschungscoup am vergangenen Sonntag in Uerdingen (1:0): "Auch gegen Wuppertal haben wir nicht schlecht gespielt. Und in Wülfrath musst du gewinnen, gegen Oberhausen war mehr drin."

Wie Bösinghoven kennt der mit großem Anhang anreisende Aufsteiger aus der Landesliga nur ein Ziel: "Wir wollen mit aller Macht die Liga halten", sagt SV-Vorsitzender Klaus Haas. "Jeder weiß, worum es geht: Wenn du am Sonntag nicht gewinnst, sieht es ganz schlecht für uns aus." Der ungewohnt kleine Platz in Bösinghoven beunruhigt Putz nicht: "Das muss ja kein Nachteil für uns sein — so sind wir schneller am gegnerischen Tor."

Dem SC Kapellen, morgen in Ratingen zu Gast, droht nach der bislang so überaus erfolgreichen Saison personalbedingt ein böser Absturz. Kevin Woike und Marcel Koch sind eh verletzt, in Sonsbeck erlitt Alexander Sitter einen Bänderriss und fällt damit ebenso aus wie Benny Schütz (Rote Karte). Zwar kehrt Dirk Caspers nach abgelaufener Rotsperre ins Team zurück und setzt sich der gerade erst wieder ins Mannschaftstraining eingestiegene Stephan Wanneck (Schulter-OP) für den Notfall auf die Bank, doch dafür muss die Mannschaft nun Personal für die akut vom Abstieg bedrohte Bezirksliga-Truppe abstellen. Sükrü Ak, Frederik Leufgen und Sven Raddatz stehen damit in den nächsten Wochen nicht zur Verfügung.

Für Trainer Klaus Schütz bedeutet dies, er muss schon in Ratingen unerprobte Talente aus der A-Jugend ins kalte Wasser werfen. Dass der Fokus nun auf "Nichtabstieg der 2. Mannschaft" stehe, sei aus Sicht des Vereins zwar verständlich, sagt der Coach, "aber dadurch können wir unsere eigenen Ziele leider nicht weiterverfolgen". Daran ärgert ihn vor allem, "dass dieses Problem hausgemacht ist. Wir haben darauf schon im Winter hingewiesen — und genau so ist es jetzt auch gekommen." Eine Wiederholung der teilweise atemberaubenden Auftritte zum Ende der Hinrunde hält er damit für nahezu ausgeschlossen.

(NGZ)