Lokalsport: Für Rogawska steigt morgen "kein besonderes Spiel"

Lokalsport: Für Rogawska steigt morgen "kein besonderes Spiel"

Der dänische Trainer erwartet mit TV Korschenbroich seinen künftigen Arbeitgeber HSG Krefeld in der Waldsporthalle.

Ronny Rogawska ist ein Spielverderber. Da freut man sich als Berichterstatter, in das ungleiche Drittliga-Duell morgen Abend in der Waldsporthalle ein bisschen Brisanz hinein zu interpretieren, und dann sagt der Däne mit der ihm eigenen Coolness: "Ich finde nicht, dass das ein besonderes Spiel ist."

Nun ja. Fakt ist, der TV Korschenbroich, bei dem Rogawska im sechsten Jahr auf der Trainerbank sitzt, erwartet morgen um 19.30 Uhr die HSG Krefeld, bei der Rogawska in der kommenden Spielzeit auf der Trainerbank sitzen soll. Und die mit gleich sieben Spielern (Philipp Ruch, Marcel Görden, Max Zimmermann, Hendrik Schiffmann, Michel Mantsch, Simon Ciupinski, Philipp Liesebach) anreist, die einst unter Rogawska das TVK-Trikot trugen (von denen der Langzeit-verletzte Michel Mantsch und der angeschlagene Simon Ciupinski wohl morgen auf dem Spielbericht fehlen werden). Und als wäre das noch nicht brisant genug, nimmt der Däne Linkshänder Erik Hampel (der in der Rückrunde der vergangenen Saison schon einmal das Krefelder Trikot trug) und Torhüter Max Jäger mit an seine neue Arbeitsstätte.

Brisanz? Nein, sagt Rogawska, "wir haben doch schon so oft gegeneinander gespielt." Außerdem beschäftige er sich momentan noch gar nicht mit Krefeld und der neuen Saison, "weil ich meine Arbeit hier gut erledigen will." Am liebsten mit dem Klassenerhalt. Der ist trotz der eher deprimierenden Bilanz von gerade mal drei Siegen und einem Unentschieden aus 22 Spielen immer noch möglich, falls es denn wie in den vergangenen Jahren eine Abstiegsrunde der Drittletzten gibt.

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Von diesem Tabellenplatz und der dort residierenden HSG Lemgo II, die aus ihren letzten drei Begegnungen mit einem Torverhältnis von 43:95 (!) herauskam und unterwegs dem TSV Bayer Dormagen zum höchsten Sieg seiner Drittliga-Geschichte (34:14) verhalf, trennen die Korschenbroicher weiterhin nur vier Punkte. Die sind aufzuholen, zumal die Ostwestfalen noch (am 14. April) in der Waldsporthalle gastieren und im direkten Vergleich (zählt bei Punktgleichheit) schlappe fünf Tore (31:26) besser sind als der TVK. "Wir müssen die mit mehr als fünf Toren schlagen und dann irgendwo noch zwei Punkte holen", lautet Rogawskas Geheimformel. Doch er weiß auch: "Das geht nur, wenn die Jungs daran glauben." Das taten sie bislang zu selten über 60 Minuten. "Meist spielen wir ganz gut mit", sagt der Trainer, "aber brechen dann irgendwann ein." So wie zuletzt in Gummersbach, als aus einem 9:9-Zwischenstand schließlich eine 21:26-Niederlage wurde.

An diesen Abläufen verzweifelt langsam auch ein Taktikfuchs wie Rogawska. Noch glimmt im 49-Jährigen aber ein Funken Hoffnung. "Ich will in den nächsten Spielen ein paar Sachen ausprobieren, vielleicht hilft das", sagt der Däne. Die Gelegenheit ist günstig, denn gegen Krefeld, Dormagen, Schalksmühle und Minden dürfte der TVK ohnehin kaum Chancen auf einen Erfolg haben. Zumindest einen, der sich in Punkten niederschlägt. Dem Trainer würde es schon reichen, "wenn sich die Jungs da Selbstvertrauen holen." Auch gegen seinen künftigen Klub.

(NGZ)