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Für Gilbert Tillmann aus Neukirchen ist in Hamburg wieder Derbytime

Reitsport : Für Gilbert Tillmann ist wieder Derbytime

Der 40 Jahre Hufschmied aus Neukirchen gehört beim Deutschen Spring-Derby in Hamburg fast schon zum Inventar. Er sattelt zum dritten Mal Hadjib.

Am Sonntag, wenn auf dem schwersten Parcours der Welt das 91. Deutsche Spring-Derby entschieden wird, dürfte es wieder emotional werden. Gilbert Tillmann kennt das. Bis heute unvergessen ist sein Sieg 2013 mit dem Ende Juli 2020 im Alter von 26 Jahren gestorben Hello Max. Schon zehn Mal war der seit dem 7. April 40 Jahre alte Hufschmied aus Neukirchen in Klein Flottbek, wo an den fünf Turniertagen beim Comeback nach der Corona-Zwangspause bis Sonntag mehr als 90.000 Zuschauer erwartet werden, am Start. Mit Claus-Dieter war er 2017 und 2018 Zweiter, mit Hello Max verfehlte er 2009 (5.) und 2011 (4.) nur knapp das Treppchen.

In diesem Jahr sattelt er wie schon 2015 (7.) und 2016 (6.) Hadjib. Der braune Wallach ist mittlerweile zwar schon 15, hatte aber bereits 2019 beim letzten Derby vor der Pandemie nach zweijähriger Verletzungspause überrascht. Sogar der zweite Sieg schien möglich, nach einem Flüchtigkeitsfehler am sechsten Hindernis kam das eingespielte Paar am Ende auf Rang sieben.

Am Mittwoch gewann der Ire Dermott Lennon die erste Qualifikation. Auf seinem Wallach Gelvins Touch blieb er in 72,15 Sekunden fehlerfrei und ließ Benjamin Wulschner (Dahlen/73,84) auf Crystall und Robert Bruhns (Karstädt/73,93) auf Corbain hinter sich. In dem 550 Meter langen Parcours im Derby-Park von Klein Flottbek blieben insgesamt 14 Paare ohne Abwurf. Gilbert Tillmann und Hadjib gehörten nicht dazu. Mit vier Strafpunkten und der Zeit von 1:22,74 Minute belegen sie Platz 20. Im internen Duell liegt damit sein Bruder Frederic Tillmann vorne, der mit Comanche (4 Strafpunkte/1:21 Minute) zwei Ränge besser ist. Die zweite Qualifikation wird am Freitag (13 Uhr) geritten. Die Entscheidung um das Blaue Band fällt dann am Sonntag (14.30 Uhr).

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 Auch wenn in Flottbek vieles modernisiert wurde, die ganz speziellen Derbyhindernisse, der Wall, die Planke, die Schranken oder Pulvermanns Grab, stellen Pferde und Reiter seit eh und je vor ganz besondere Herausforderungen. Bis Sonntag stehen insgesamt 44 Spring- und Dressur-Prüfungen auf dem Programm. Es geht um ein Gesamtpreisgeld von 1,4 Millionen Euro. Der Etat liegt bei 3,6 Millionen Euro. Am Start ist auch der aktuelle Europameister André Thieme. Für ihn steht fest: „Der Fokus liegt zu 100 Prozent auf dem Derby.“ Sein Wallach Contadur ist den Parcours bereits mehrfach gegangen: „Ich weiß nicht, ob er sich noch an die Sprünge erinnert, aber ich weiß, dass ich einen Kämpfer unter mir habe.“

Auch Gilbert Tillman hatte zu Hello Max,  der mit seinen 19 Jahren das älteste Pferd war, das jemals das seit 1920 ausgetragene Deutsche Derby gewann, eine innige Beziehung. Am Tag nach seinem Triumph an der Elbe sagte er voller Demut: „Diesen Sieg habe ich dem Kampfgeist dieses Pferdes zu verdanken. Er ist sicher das Pferd meines Lebens.“